Wege zur Eindämmung steigender Arzneimittel­ausgaben

Arzneimittel spielen eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung. Sie dienen der Vorbeugung, Linderung und Behandlung von Krankheiten und tragen maßgeblich zur Lebensqualität bei. Auf dieser Seite finden Sie verlässliche Informationen zum Thema Arzneimittel, Wissenswertes zu Generika und Biosimilars sowie ergänzende Services und eine Übersicht unserer Kooperationspartner.

Verschiedene Blisterverpackungen mit Tabletten auf einem Haufen

Entwicklung neuer Arzneimittel

Weltweit arbeiten Pharmaunternehmen an der Entwicklung neuer Arzneimitteltherapien und tragen so zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung bei. Der Gesetzgeber schützt die Investitionen der Pharmaunternehmen in Forschung und Entwicklung und gewährt für neu entwickelte Arzneimittel ein exklusives Patentrecht von mehreren Jahren. In dieser Zeit wird das neue Arzneimittel nur von diesem Pharmaunternehmen hergestellt und auf den Markt gebracht.

Erst nach Ablauf des Patentschutzes dürfen auch andere Pharmaunternehmen Nachahmerpräparate (sogenannte Generika und Biosimilars) unter eigenem Namen herstellen und anbieten. Sie sind gleichwertig hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität, werden jedoch meistens kostengünstiger als das vormals patentgeschützte Arzneimittel angeboten, da keine Kosten für die Forschung und Entwicklung angefallen sind.

Durch die Wahl eines Generikums oder Biosimilars leisten Sie einen aktiven Beitrag zur Senkung der Arzneimittelkosten, wodurch die Beitragsentwicklung positiv beeinflusst werden kann. Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arzt- oder Apothekenbesuch preisgünstigere Generika oder Biosimilars an.

Generika

Chemisch hergestellte Nachahmerpräparate werden als Generika bezeichnet. Sie können nach Ablauf des Patentschutzes mit identischem Wirkstoff von unterschiedlichen Pharmaherstellern unter eigenem Namen hergestellt und auf den Markt gebracht werden. Ihre Wirkung ist daher identisch zu den zuerst zugelassenen, ehemals patentgeschützten Präparaten. Auch Generika müssen einen Prüf- und Zulassungsprozess durchlaufen, so dass sie die gleichen strengen Sicherheits- und Qualitätsstandards wie das ehemals patentgeschützte Medikament erfüllen.

Eine Umstellung von einem ehemals patentgeschützten Medikament auf ein Generikum ist daher jederzeit möglich – ebenso ein direkter Austausch in der Apotheke.

Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch gerne aktiv eine Beratung zu preisgünstigeren Generika und gegebenenfalls die entsprechende Verordnung der Präparate an.

Biologica / Biosimilars

Mit den sogenannten Biopharmazeutika (biologisch hergestellte Medikamente) hat sich in den letzten Jahrzehnten eine neue Medikamentenklasse entwickelt.

Typische biologische Medikamente sind unter anderem Impfstoffe, Hormone und Antikörper. Biologische Medikamente, die neu erforscht und entwickelt werden und dann mit Patentschutz auf den Markt kommen, nennt man Biologika.

Ein Biosimilar hingegen ist ein Medikament, das nach Patentauslauf eines Biologicas mit der im Wesentlichen selben biologischen Wirksubstanz erhältlich ist. Es hat wie das ehemals patentgeschützte Biologika (= Referenzprodukt) die gleichen gesetzlich festgelegten Prüf- und Zulassungsprozesse durchlaufen und erfüllt demnach dieselben Sicherheits- und Qualitätsstandards.

Biosimilar sind bei vergleichbarer therapeutischer Wirksamkeit meist circa 20 bis 40 Prozent kostengünstiger als ihre Referenzprodukte. Sie werden nach Ablauf des Patentschutzes eines Biologicas meist von unterschiedlichen Pharmaherstellern unter eigenem Namen auf den Markt gebracht.

Sprechen Sie gerne Ihren behandelnden Arzt oder ihre behandelnde Ärztin an, ob für Ihre Behandlung ein Biosimilar in Frage kommt.

Re- und Parallelimporte

Reimporte und Parallelimporte sind beides Formen des Arzneimittelimports, unterscheiden sich jedoch in der Herkunft der Produkte. Bei Re- und Parallelimporten handelt es sich auch um Originalpräparate.

Reimporte sind Arzneimittel, die ursprünglich in ein anderes Land exportiert wurden, dann aber zurück nach Deutschland importiert wurden und dort zu günstigeren Konditionen erhältlich sind.

Parallelimporte hingegen stammen aus anderen EU-Ländern, wo sie hergestellt wurden und zu einem niedrigeren Preis erhältlich sind. Nach Zulassung durch das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind sie dann in Deutschland erhältlich. Der Importeur muss nachweisen, dass das Arzneimittel in einem anderen EU-Land bereits zugelassen und auf dem Markt erhältlich ist. Zudem wird überprüft, ob die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit des Produkts den deutschen Standards entsprechen. Sie können sich im Aussehen vom deutschen Originalpräparat unterscheiden.

Beide Importarten bieten den Vorteil geringerer Kosten für das Gesundheitssystem und die Versicherten, ohne dabei die Qualität oder Wirksamkeit der Arzneimittel zu beeinträchtigen.

Wichtiger Hinweis

Natürlich können Sie auch nach Ablauf des Patentschutzes weiterhin Ihr bekanntes, ehemals patentgeschütztes Medikament beziehen, welches im tariflichen Umfang erstattet wird. Die Preise liegen hierfür jedoch auch nach der Patentzeit meist noch deutlich über denen der Nachfolgepräparate.

Durch die gemeinsame Entscheidung von Versicherten und behandelnden Ärztinnen und Ärzten für Generika oder Biosimilars können die Arzneimittelausgaben der Versichertengemeinschaft nachhaltig gesenkt werden.

https://www.privat-patienten.de/arzneien-und-hilfsmittel/: Prüfen Sie gerne selbst die Preisunterschiede!

Unsere Kooperationen mit Arzneimittel­herstellern

Kostenentwicklung wird stabil gehalten

Um unseren Versicherten stets eine medizinisch hochwertige und innovative Arzneimittelversorgung bieten zu können und dennoch den jährlich steigenden Arzneimittelausgaben entgegenzuwirken, haben wir mit ausgewählten Pharmaherstellern Kooperationen geschlossen.

Der Rabatt trägt dazu bei, die Kostenentwicklung in Ihrem Tarif stabil zu halten und Beitragsanpassungen abzumildern.

Wenn Sie ein Arzneimittel unserer Kooperationspartner nutzen möchten, sprechen Sie gerne Ihre behandelnden Ärzte und Ärztinnen oder Ihre*n Apotheker*in auf die Möglichkeit der Umstellung an. Selbstverständlich entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin weiterhin gemeinsam mit Ihnen, welches Medikament für Ihre individuelle Therapie am besten geeignet ist.

ALIUD PHARMA

ALIUD PHARMA vermarktet hoch­wertige ver­schrei­bungs­pflich­tige und rezept­freie Gene­rika-Präpa­rate und versteht sich als Partner von Patient*innen, Apo­theken, Ärzten, Ärz­tinnen und Kranken­kassen. Das Produkt­port­folio um­fasst eine Viel­zahl von Arz­nei­mitteln – von der Prä­ven­tion bis hin zur Medi­ka­tion. Dabei verpflich­tet sich das Gene­rika­unter­nehmen zu höchsten Quali­täts­stan­dards für seine Pro­dukte sowie den dazu­gehö­rigen Service.

Aliud Pharma (Logo)

Johnson & Johnson

Der pharmazeutische Geschäftsbereich Johnson & Johnson Innovative Medicine bildet zusammen mit der Medizintechniksparte Johnson & Johnson MedTech das globale Gesundheitsunternehmen Johnson & Johnson (J&J).

Bereits seit 1961 ist der Pharmabereich ein zentraler Bestandteil der Johnson & Johnson Unternehmensfamilie. J&J Innovative Medicine ist die Nummer 2 der forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland.

Seit jeher orientiert sich das Handeln von J&J an klaren Grundsätzen. Das Firmencredo aus dem Jahr 1943 ist bis heute Grundlage aller unternehmerischen Entscheidungen: Die Bedürfnisse und das Wohlergehen der Menschen, die Medikamente und Services von J&J nutzen, stehen immer im Mittelpunkt.

Johnson & Johnson (Logo)

Sandoz

Mit einem breiten Portfolio von über 400 Wirk­stoffen und fast 5.000 patent­freien Arznei­mitteln in Deutsch­land sowie zehn zuge­lasse­nen Bio­similars welt­weit, gilt die Sandoz als globaler Pionier und Welt­markt­führer. Das Unter­nehmen produ­ziert an eige­nen Stand­orten rund um die Welt, vier davon befinden sich mit Barleben, Oster­weddingen, Rudol­stadt und Holz­kirchen in Deutsch­land.

Mit den zwei Produktmarken Hexal und 1 A Pharma versorgt Sandoz Patien­tinnen und Patienten in Deutsch­land mit moder­nen Arznei­mitteln und kom­plexen Pharma­zeutika.

Logo: Sandoz - Hexal - 1A Pharma

STADAPHARM GmbH und Consumer Health Deutschland GmbH

Die STADAPHARM GmbH und Consumer Health Deutsch­land GmbH sind Teil der STADA Arznei­mittel AG – einem Arznei­mittel­her­steller, der vor mehr als 125 Jahren von deutschen Apo­thekern gegrün­det wurde. Diese lang­jähri­gen Erfah­rungen nutzt STADA, um er­krankte Patienten und Patien­tinnen mit hoch­wirk­samen, wirt­schaft­lichen Thera­pien zu ver­sor­gen. Mit Service­ange­boten unter­stützt STADA Patient*innen, Ange­hörige, Fach­kreise und Kosten­träger und ver­folgt dabei stets den Auf­trag, sich als verläss­licher Partner um die Gesund­heit der Menschen zu kümmern. Welt­weit ver­treibt die STADA-Gruppe ihre Pro­dukte in rund 120 Län­dern und beschäf­tigt mehr als 12.400 Mitar­beite­rinnen und Mit­arbeiter.

Stadapharm (Logo)

TAD Pharma

TAD Pharma, mit Sitz in Cux­haven/Deutsch­land und mehr als 250 Mitar­beitern, gehört zu den zehn umsatz­stärk­sten Generika­herstel­lern in Deutsch­land. Die Produkt­palette um­fasst mehr als 120 Wirk­stoffe, haupt­säch­lich für die Indika­tions­bereiche Herz-Kreis­lauf, Schmerz, Neuro­logie, Psychia­trie, Diabetes, Onko­logie und Urolo­gie sowie für die Tier­medizin. TAD Pharma ist ein Unter­nehmen der Krka-Gruppe. Krka zählt zu den führenden Generika­her­stellern in der Welt und verfügt über lang­jährige Erfah­rung in der pharma­zeu­tischen Industrie. Der Fokus liegt auf ver­schrei­bungs­pflichti­gen Arznei­mitteln, die als Eigen­marke ver­marktet werden. Das umfang­reiche Port­folio von ver­schrei­bungs­pflichti­gen Arznei­mitteln wird ergänzt durch OTC-Pro­dukte zur Selbst­medi­kation, Körper­pflege­produkte, Tier­medi­ka­mente und Gesund­heits- und Touris­mus­dienst­leistungen.

TAD Pharma, Member of KRKA GROUP

Zusätzliche Services

Zur optimalen Unterstützung Ihrer Arzneimitteltherapie bieten wir Ihnen eine Reihe ausgewählter Services an, die Ihnen helfen können, Ihre Medikamente sicher und effektiv anzuwenden, Wechselwirkungen zu vermeiden und Ihre Therapie bestmöglich zu begleiten. Darüber hinaus bieten auch eine Vielzahl der Vor-Ort-Apotheken arzneimittelbezogene Dienstleistungen an.

1) Arzneimittelsuche

Bei allen Fragen rund um Arzneimittel informiert Ihr behandelnder Arzt, Ihre behandelnde Ärztin oder Ihre Apotheke gerne. Mit der Arzneimittelsuche können Sie sich zusätzlich detailliert über Wirkungen, Arzneimittelpreise und Zusammensetzungen von vielen verschiedenen Medikamenten informieren: https://www.privat-patienten.de/arzneien-und-hilfsmittel/arzneimittelsuche/

2) Wechselwirkungscheck

Natürlich hat Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin Ihre Medikation im Blick. Jedoch kann es durch eine Vielzahl an gleichzeitig einzunehmender Medikamente, aufgrund einer parallelen Behandlung mehrerer Ärzte oder durch die zusätzliche Einnahme nicht verschreibungspflichtiger Medikamente, zu Wechselwirkungen kommen. Sollten Sie regelmäßig fünf oder mehr Medikamente einnehmen, prüft der Wechselwirkungscheck gezielt, ob all Ihre Medikamente sicher miteinander kombiniert werden können.

Ihre Vorteile im Überblick:

  • Vermeidung gefährlicher Wechselwirkungen und unerwünschter Nebenwirkungen
  • Individuelle Beratung zum besseren Verständnis Ihrer Medikation
  • Erhöhung der Medikamentensicherheit
  • Verbesserte Übersicht und konkreter Medikationsplan mit Einnahmehinweisen
  • Optimierung der Behandlung

Ihre Apotheke vor Ort bietet eine kostenfreie Überprüfung Ihrer Medikamente auf Wechselwirkungen an. Auf www.apoguide.de finden Sie eine Apotheke in Ihrer Nähe oder fragen Sie direkt in Ihrer bekannten Apotheke vor Ort nach der kostenfreien Leistung der erweiterten Medikationsberatung.

3) Pharmazeutische Dienstleistungen

Pharmazeutische Dienstleistungen sind spezielle Services, die Apotheken anbieten, um Ihre Versorgung bei ausgewählten Krankheiten zu unterstützen und zu verbessern. Diese ausgewählten Leistungen sind für Sie kostenlos.

Welche pharmazeutischen Dienstleistungen gibt es?

  • Erweiterte Medikationsberatung bei der Einnahme von mindestens fünf verschiedenen Medikamenten (Polymedikation)
  • Pharmazeutische Beratung bei oraler Antitumortherapie
  • Standardisierte Risikoerfassung und Kontrolle bei Bluthochdruck
  • Erweiterte Einweisung in die korrekte Anwendung von Inhalationsgeräten
  • Spezielle Beratung und Betreuung nach einer Organtransplantation

Mit dem Selbstcheck (pharmazeutische-dienstleistungen.de) können Sie ganz einfach prüfen, welche pharmazeutische Dienstleistung für Sie in Frage kommt. Gerne können Sie in Ihrer Apotheke anfragen, ob auch dort die pharmazeutischen Dienstleistungen angeboten werden. Alternativ können Sie auch vorab auf der Seite von apoguide.de prüfen, welche Apotheke in Ihrer Nähe diese Dienstleistung anbietet.

4) Versandapotheken

Versandapotheken bieten eine bequeme Möglichkeit, sich Medikamente schnell und einfach direkt nach Hause liefern zu lassen. Sie profitieren von einer breiten Auswahl an Arzneimitteln, häufig zu günstigeren Preisen als in Vor-Ort-Apotheken.

Besonders für chronisch Kranke oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist diese Art der Arzneimittelversorgung eine wertvolle Unterstützung. Gegebenenfalls anfallende Versandkosten sind nicht erstattungsfähig.

5) Tipps und Hilfestellungen

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. ist ein unabhängiges Netzwerk von Akteuren aus dem gesamten Gesundheitswesen. Seit 2005 engagiert sich das Bündnis mit Projekten und praxisnahen Empfehlungen für mehr Sicherheit in der Versorgung.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. hat unter anderem zwei Flyer erstellt: Einer bietet Hilfestellungen zu wichtigen Fragen, die Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Bezug auf Medikamente klären sollten. Der andere enthält praktische Tipps für den sicheren Umgang mit Arzneimitteln im häuslichen Alltag.

6) Telefonische Beratung zu Arzneimitteln

Über das MediFon, das medizinische Beratungstelefon unseres Kooperationspartners, der 4sigma GmbH, können Sie sich zu allen medizinischen Fragestellungen sowie zum Thema Arzneimittel informieren. Melden Sie sich gerne telefonisch unter 0221 308 26441.

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