Hintergründe und Informationen

Infos zur Beitrags­anpassung in der Kranken­versiche­rung und der Pflege­pflicht­versiche­rung

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Beitrags­anpas­sung in der Kranken­ver­siche­rung zum 1. Januar 2023.

Die Beitragsanpassung in der Pflege­pflicht­ver­siche­rung finden Sie hier:

Beitragsanpassung in der Pflege­pflicht­versicherung

Mit Ihrer privaten Krankenversiche­rung (PKV) haben Sie sich für beste medizi­nische Versorgung entschieden und profitieren somit vom medizi­nischen Fort­schritt und schnellem Zugang zu Fach­ärzten. Das deutsche Gesund­heits­system gehört dabei zu den besten und fortschritt­lichsten.

Die gute Nachricht: Der stetige Fortschritt der Medizin (z. B. neue Medika­mente, verbesserte Thera­pien) führt erfreulicher­weise dazu, dass Krank­heiten geheilt werden und sowohl Lebens­qualität als auch Lebens­erwartung positiv beein­flusst werden.

Die schlechte Nachricht: Das kostet Geld - viel Geld.

Beitragsanpassungen haben viele Gründe

Höhere Lebenserwartung und Kosten­steige­rungen im Gesund­heits­wesen einerseits, aber andererseits auch Verände­rungen im Zinsniveau und gesetz­liche Ände­rungen sind nur einige Faktoren, auf die wir als Kranken­ver­sicherer reagieren müssen. Dies gilt für alle PKV-Unter­nehmen. Denn gesetz­lich ist jeder Versicherer ver­pflichtet, zumin­dest einmal jähr­lich die Bei­träge zu über­prüfen.

Unantastbar ist der Umfang Ihres Versicherungs­schutzes bei uns. Sie können auch zukünftig sicher sein, dass wir uns an unser Leistungs­versprechen halten. Das sagen wir auch vor dem Hinter­grund, dass die gesetz­liche Kranken­versicherung (GKV) in der Vergangen­heit trotz Beitrags­erhö­hungen auch Leistungs­kür­zungen vorge­nommen hat. Das ist dort auch in Zukunft jeder­zeit möglich.

Die Gründe der Beitragsanpassung

Die beiden Krankenversiche­rungs­systeme in Deutsch­land unter­scheiden sich in einem wesent­lichen Punkt, nämlich der Beitrags­berechnung.

In der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) zahlt jede*r Versicherte einen Beitrag gemäß seiner indivi­duellen finan­ziellen Leistungs­fähigkeit (Beitrags­satz vom Einkommen bis zur Beitrags­bemessungs­grenze) und erhält dafür einen - für alle Mitglieder iden­tischen - Versiche­rungs­schutz. In der privaten Kranken­versicherung (PKV) hin­gegen zahlt jede*r Versicherte einen indivi­duellen Beitrag, wobei sich der Versiche­rungs­schutz nach eigenen Wün­schen und Bedürf­nissen zusam­men­stellen lässt. Die Prämie richtet sich dann nach dem Umfang des gewähl­ten Versiche­rungs­schutzes, dem Gesund­heits­zustand und dem Eintritts­alter.

Weitere Informationen und die wesent­lichen Unter­schiede zwischen GKV und PKV haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Unterschiede GKV und PKV

Auf der einen Seite garan­tieren wir Ihnen einen dauer­haft unver­änderten Versiche­rungs­schutz. Auf der anderen Seite müssen wir – vom Gesetz­geber vorge­geben – regel­mäßig über­prüfen, ob die Beiträge für den garan­tierten Versiche­rungs­schutz aus­reichen.

Und genau das ist der Punkt: Die Versiche­rungs­lei­stungen unter­liegen folgen­den Einfluss­faktoren:

Die Versicherungsleistungen unterliegen zahlreichen Einflussfaktoren.

Auch wenn wir bei der Beitrags­kalku­lation versiche­rungs­mathe­matisches Wissen anwenden und Statis­tiken zugrunde legen, kann niemand in die Zukunft schauen und absehen, wie sich all die oben darge­stellten Einfluss­faktoren zukünftig auf die Beiträge aus­wirken. Hier einige Beispiele, wie sich Faktoren entwickelt haben:

Durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt



Betrachtet man die Versiche­rungs­leistungen der PKV ergibt sich folgen­des Bild:

Versicherungsleistungen Private Krankenversicherung

Quelle: Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung des PKV-Verbandes

Es ist nun mal im Laufe der Zeit so: Alles wird teurer, auch die Gesund­heit.
Da wir unsere vertraglichen Leis­tungen nicht kürzen dürfen, müssen wir unsere Bei­träge an die neuen Gegeben­heiten anpassen:
Dies erfolgt in Form einer Beitragsanpassung.

Und so kann man sich den Ablauf einer Beitragsanpassung vorstellen:

Der Gesetzgeber verpflichtet uns, mindes­tens einmal jähr­lich die kalku­lierten mit den tatsäch­lichen Leis­tungen zu verglei­chen und analog die Sterbe­wahr­schein­lich­keiten zu über­prüfen.

Diese Abweichung ergibt einen Faktor, den soge­nannten Aus­lösen­den Faktor. Wenn der Aus­lösen­de Faktor einen bestimmten Schwellen­wert über­steigt und die Entwick­lung der Leis­tungen nicht nur als vorüber­gehend einge­schätzt wird, müssen im nächsten Schritt dann auch alle ande­ren Rechnungs­grund­lagen (Rechnungs­zins, Sterbe­wahr­schein­lich­keiten, Storno, Versiche­rungs­leis­tungen, Kosten) aktua­lisiert werden.

Wird der Schwellenwert nicht über­schritten, darf keine Beitrags­anpas­sung durch­geführt werden. Besonders beim Rechnungs­zins kann es zu einem starken Nach­hol­effekt kommen, wenn ein Tarif länger nicht ange­passt werden darf. Dies ist dann der Grund, wenn ein Beitrag oft über Jahre stabil bleibt und anschlie­ßend sprung­haft ansteigt.

Der Auslösende Faktor wird als Durch­schnitt über alle Alters­gruppen des Tarifs ermittelt. Die Höhe der indivi­duellen Beitrags­an­passung wird jedoch für jedes einzelne Alter fest­gelegt. Daher kommt es in Abhängig­keit vom Alter zu unter­schied­lichen Anpas­sungs­be­darfen. Der Aus­lösende Faktor ist somit nur ein Aus­löser für eine Beitrags­an­passung, spiegelt aber nicht unbe­dingt die tatsäch­liche Anpas­sungs­höhe wider.

Alle Beitragsanpassungen werden von einem unab­hängi­gen Treu­händer geprüft und genehmigt.

Im Rahmen einer Beitragsan­passung können auch indivi­duell verein­barte medizi­nische Wagnis­aus­gleiche ange­passt werden.

Wichtig: Wir versuchen jedes Jahr, die Beitrags­erhö­hungen zu limi­tieren und schütten zu diesem Zweck erheb­liche Mittel aus.

Bei Tarifen mit Alterungsrück­stellung werden die durch das Älterwerden erfahrungsgemäß höheren Versicherungs­leistungen von Beginn an bei der Beitrags­kalkulation durch die Bildung der Alterungs­rückstellung berücksichtigt.

Zu Beginn der Versicherung zahlen die Versicherten einen höheren Beitrag als für die Deckung der Krankheits­kosten benötigt wird. Dieser zunächst nicht benötigte Beitragsteil wird als "Sparbeitrag" verzinslich ange­sammelt. Mit fortschrei­tender Vertrags­dauer werden die höheren Gesundheits­leistungen im Alter aus der Alterungs­rückstellung finanziert. Dadurch wird erreicht, dass sich die Beiträge nicht wegen des Älter­werdens erhöhen.

Schaubild einer Alterungsrückstellung



* Beitrag zur Deckung des Schadenbeitrags


Übersteigen jedoch die Kosten für die in Anspruch genommenen Versicherungs­leistungen oder die Lebens­erwartung unsere kalku­lierten Beiträge, so reichen Beitrag und Alterungs­rückstellung zusammen nicht mehr aus, um die versicherten Leistungen zu garan­tieren. Es erfolgt, wie bereits beschrieben, eine Beitrags­anpassung.

Grundlage für die Verzinsung der Alterungs­rückstellung ist der Rechnungs­zins. Die Redu­zierung der Zinsen in den letzten Jahren führt dazu, dass die Alterungs­rückstellung nicht mehr in der Höhe anwachsen wird, wie dies in früheren Jahren der Fall war. Um die Bildung der benötigten Alterungs­rück­stellung gewähr­leisten zu können, muss der Teil, der durch Zinsen nicht mehr erwirt­schaftet werden kann, durch einen höheren Beitrag aufge­fangen werden. Aus diesem Grund wird im Falle einer Beitrags­anpassung auch der Rechnungs­zins aktualisiert.

Je früher der Versicherte seinen privaten Kranken­versiche­rungs­vertrag abschließt, desto niedriger ist sein Beitrag. Die Alterungs­rückstellung kann länger ange­sammelt werden als bei späterem Beginn einer Versiche­rung.

Alle Versicherten, die seit Januar 2009 eine private Kranken­versicherung abge­schlossen haben, können bei späterem Wechsel des Versicherers einen Teil ihrer Alterungs­rückstellung auf den neuen Versicherer über­tragen. Um dies zu ermög­lichen, wird seit dem 1. Januar 2009 in alle Neu­verträge ein soge­nannter Über­tragungs­wert einge­rechnet.

Zur Beitragsentwicklung für die Zukunft können wir keine konkrete Aussage treffen. Zu viele Einfluss­faktoren sind nicht vorher­sehbar und nicht kalkulierbar.

Von der Kostenentwicklung hängt maß­geblich ab, welche Beitrags­höhe künftig notwendig sein wird, um das Gleichgewicht zwischen Leistungs­ausgaben und Beitrags­einnahmen sicher­zustellen. Einfluss auf die künftigen Beiträge hat ferner die Entwick­lung des Kapital­markts.

Durch folgende Maßnahmen versuchen wir, Beitrags­anpas­sungen entweder gänz­lich zu vermeiden oder diese zumindest zu minimieren:

  • Sensibilisierung unserer Versicherten für kosten- und gesund­heits­bewusstes Verhalten
  • Mit neuen digitalen, medizinisch wertvollen Angeboten im Bereich eHealth möchten wir unseren Kund*innen neue Möglich­keiten im Rahmen der Gesundheits­vorsorge und des Gesundheits­manage­ments bieten
  • Wir prüfen eingehende Rechnungen sehr gewissen­haft und können dadurch unbe­rechtigte Forde­rungen zurück­weisen
  • Mit höchster Priorität arbeiten wir an der Beitrags­stabilität, zum Beispiel durch Kooperationen mit Arzneimittelherstellern und konse­quentes Leistungs­manage­ment

Auch Sie können mithelfen:

  • Vergleichen Sie Preise
  • Prüfen Sie die Arztrechnungen
  • Nutzen Sie unsere Angebote in der App
  • Wählen Sie bei Arzneimitteln geeignete Packungs­größen
  • Melden Sie sich bei "Meine Gothaer" an und unter­stützen Sie uns auf dem Weg zur papier­losen Kommuni­kation

Neben der bereits beschriebenen Bildung der Alterungs­rückstellung gibt es weitere Maß­nahmen, die darauf abzielen, die Finanzier­barkeit auch im Alter zu gewähr­leisten:

Altersanwartschaften:

Wird zum Beispiel wegen Kosten­steigerungen im Gesundheits­wesen eine Beitrags­erhöhung notwendig, setzen wir als Gothaer zusätzliche finanzielle Mittel nach § 150 Abs. 2 VAG zur Begren­zung der Beitrags­steigerungen im Alter ein.

Hierzu schreiben wir einen Teil der über­rechnungs­mäßigen Kapital­erträge (Überzinsen) als Zins­gutschrift auf die normale Alterungs­rückstellung jedem Versicherten gut. Somit hat jede*r Versicherte sozu­sagen zwei "Sparkonten": die Alterungs­rück­stellung und die Alters­anwart­schaften, die wir eben­falls verzins­lich anlegen. Wir mildern oder vermindern damit Beitrags­erhöhungen.

Gesetzlicher Zuschlag:

Er wurde vom Gesetzgeber am 1. Januar 2000 für alle Neuver­sicherten einge­führt. Der 10prozentige Zuschlag wird auf die Tarife der substi­tutiven Krank­heits­kosten­versiche­rung bis zum 60. Lebens­jahr erhoben. Ab dem 65. Lebens­jahr verwenden wir diese Mittel zur Milderung von Beitrags­erhöhungen und – sofern noch Mittel vorhanden sind – ab dem 80. Lebens­jahr zur Beitrags­senkung.

Weitere Möglichkeiten der Beitragsentlastung im Alter

  • Aktuell bieten wir den Beitrags­entlas­tungs­tarif MediSafe zu bestimmten Tarifen an. Durch zusätz­liche Einzah­lungen in jüngeren Jahren wird der Beitrag dauer­haft im Alter redu­ziert
  • Das Krankentagegeld entfällt mit Renten­eintritt, da dieser Schutz vor Verdienst­ausfall bei langen Krank­heiten im Beruf in der Rente nicht mehr benötigt wird
  • Reduzierung des die Beihilfe ergän­zenden Kranken­versiche­rungs­schutzes bei Beihilfe­berechtigten: Für versicherte Beamte erhöht sich i. d. R. als Versorgungs­empfänger der Beihilfe­satz, so dass diese ent­sprechend weniger Beitrag für ihren die Beihilfe ergän­zenden Kranken­versiche­rungs­schutz auf­wenden müssen
  • Zuschuss der gesetz­lichen Renten­versicherung: Privat versicherte Rentner erhalten von der gesetz­lichen Renten­versiche­rung einen Zuschuss zu ihrer privaten Kranken­versicherung. Dieser orien­tiert sich am Zahl­betrag der persön­lichen Rente und berechnet sich nach dem halben allge­meinen Beitrags­satz in der GKV zuzüg­lich der Hälfte des durch­schnitt­lichen Zusatz­beitrags­satzes der GKV. Der Beitrags­zuschuss ist auf die Hälfte des tatsäch­lichen Beitrages der privaten Kranken­versiche­rung begrenzt.

Nach § 204 VVG

Sie haben einen Rechtsanspruch, jeder­zeit in einen anderen Tarif mit gleich­artigem oder auf Wunsch auch geringe­rem Versiche­rungs­schutz ohne Gesund­heits­prüfung und ohne Warte­zeiten zu wechseln. Die im Vertrag erwor­benen Rechte und die Alterungs­rückstellung werden ange­rechnet. Im Falle einer Beitrags­anpassung weisen wir unsere Versicherten aus­drücklich auf ihr Recht zum Tarif­wechsel hin. Im Folgenden gehen wir auf die Möglich­keit des Tarif­wechsels noch näher ein.

Nach den Leitlinien der PKV

Wir garantieren unseren Versicherten eine persön­liche und bedarfs­gerechte Beratung. Im Vorder­grund stehen dabei die indivi­duellen Wünsche und Bedürf­nisse unserer Versicherten. Hierdurch soll der Versiche­rungs­bedarf geklärt und über geeignete Tarif­alterna­tiven informiert werden.

Abschluss gesetzlicher Verbandstarife

Mit dem Standardtarif wurde für Personen, die vor dem 1. Januar 2009 eine private Kranken­versiche­rung abge­schlossen haben, ein branchen­weiter preis­werter Grund­schutz geschaffen.

Für Personen, die nach dem 1. Januar 2009 eine private Kranken­versiche­rung abge­schlossen haben oder nach­weislich hilfebe­dürftig nach SGB II (Hartz IV) oder SGB XI (Sozial­hilfe) sind, gibt es den Basis­tarif.

Beide Tarife haben ein an die gesetz­liche Kranken­versicherung (GKV) ange­lehntes einge­schränktes Leistungs­niveau und stellen keine wirkliche Alterna­tive für Privat­patienten bzw. Privat­patien­tinnen dar. Ein Wechsel sollte daher wohl­über­legt sein. Der maxi­male Beitrag entspricht dem Höchst­beitrag der GKV. Wenn mit dem Wechsel in den Standard- bzw. Basistarif eine Erweite­rung des bestehen­den Versiche­rungs­schutzes (z. B. durch Redu­zierung der Selbst­beteili­gung) verbun­den ist, erfolgt eine Gesund­heits­prüfung für die Mehr­leistungen. Dies kann zu einem medizi­nischem Wagnis­ausgleich führen.

Wer seinen Beitrag senken möchte und daher über einen Tarif­wechsel nach­denkt, sollte sich im Vorfeld folgende Fragen stellen: Welche Leistungen sind für mich persön­lich unver­zichtbar und welche Leistungen sind weniger wichtig?

Reduzierung des Versicherungsschutzes

In der Regel erreichen Sie über eine Redu­zierung des Leistungs­umfangs eine Beitrags­senkung. Aber bedenken Sie bitte, dass Sie mit diesen Maß­nahmen auf einen Teil Ihres Versiche­rungs­schutzes verzichten, den Sie gerade mit zuneh­mendem Alter dringend benötigen. Insbe­sondere wenn Ihr heutiger Tarif einen hohen Leistungs­umfang hat, an den Sie sich gewöhnt haben, werden Sie die Nach­teile des Tarif­wechsels am deut­lich­sten spüren. Bitte über­prüfen Sie auch die tarif­lichen Erstattungs­sätze, denn: eine Beitrags­senkung bedeutet i.d.R. eine Redu­zierung des Leistungs­umfanges. Hier können bei einer Umstellung perspek­tivisch höhere Kosten auf Sie zukommen.
Insbesondere bei vorerkrankten bzw. chronisch erkrankten Kund*innen führt dies ganz schnell zu einer höheren finan­ziellen Belas­tung als die vermeint­liche Ersparnis über den redu­zierten Monats­beitrag. Aber auch bei später hinzukom­menden Erkran­kungen wirkt sich dies nach­teilig im Geld­beutel aus!

Achtung: Die Reduzierung des Versiche­rungs­schutzes ist nicht ohne Weiteres rück­gängig zu machen. Eine einmal erfolgte Redu­zierung des Versiche­rungs­schutzes kann zu einem späteren Zeit­punkt meistens nicht rück­gängig gemacht werden, da sämt­liche Mehr­leis­tungen mit einer aktuellen Gesund­heits­prüfung verbun­den sind. Dies kann z. B. zu einem medizi­nischen Wagnis­ausgleich oder sogar zu Leistungs­aus­schlüssen führen.

Hinweis: Bei einem Tarif­wechsel ent­fallen sämt­liche soge­nannte tarifbe­zogene Limitierungs­mittel. Dies sind interne Rabat­tierungen, die den Kund*innen mit der Zeit gutge­schrieben werden (z. B. Tarif­bonus, der auch im Nach­trag zum Versiche­rungs­schein ausge­wiesen wird), und zu einer Redu­zierung des Beitrags führen. Sie werden bei einem Wechsel nicht auf den neuen Tarif über­tragen.

Es gibt keine Garantie, dass es durch den Tarif­wechsel zu einer dauer­haften Beitrags­redu­zierung kommt. Auch die Beiträge des neuen Tarifs können steigen. Der Versiche­rungs­schutz bleibt nach dem Wechsel jedoch dauer­haft reduziert.

Selbstbeteiligung erhöhen

In der Regel erreichen Sie damit eine Beitrags­senkung. Durch die Erhöhung Ihres Eigen­anteils redu­zieren Sie jedoch Ihren Versiche­rungs­schutz. Ein weiterer Aspekt ist, dass Sie bei einer Erhöhung der Selbst­beteili­gung jedes Jahr ein Mehr an Kosten tragen müssen, an dem sich – im Gegensatz zum Beitrag – der Arbeit­geber bzw. die Arbeit­geberin nicht beteiligt.

Nein. Ein Widerspruchsrecht gegen die Beitragserhöhung existiert nicht.

Besonderheiten der diesjährigen Beitragsanpassung (BAP)

Wegfall des Corona-Zuschlages

Der mit der Beitragsanpassung (BAP) zum 1. Januar 2022 erhobene soge­nannte Corona-Zuschlag entfällt plan­mäßig zum 31. Dezember 2022. Er betrug im Tarif PVN 3,40 Euro monat­lich und im Tarif PVB 7,30 Euro.

Änderungen der Versicherungs­bedin­gungen (AVB) in der Pflege­pflicht­versicherung

Aufgrund des Wegfalls des Corona-Zuschlags schreiben wir unsere Pflege­versicherten an. Zusätzlich müssen wir leider zeit­gleich den Versicherten nach Tarif PVN die Beitrags­anpassung im Tarif PVN mit­teilen. Wir haben den Synergie­effekt genutzt und infor­mieren mit dem BAP-Schreiben die Versicherten in der PPV über Ände­rungen in den AVB und im Pflege-/Hilfs­mittel­verzeich­nis.

Deutliche Beitragsanpassung im Tarif PVN

Die private Pflegepflichtver­siche­rung (PPV) wird ab dem 1. Januar 2023 für Ange­stellte und Selb­ständige deutlich teurer (bis zu 40 Euro pro Person). Da die PPV ein branchen­einheit­licher Tarif ist, trifft die Beitrags­anpas­sung alle PVN-Versicherten in der privaten Kranken­versiche­rung (PKV) gleich. Nähere Informa­tionen finden Sie unter Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung

Beitragsanpassung in der Vollversicherung

Einige Tarife in der Vollversiche­rung sind – teils nach einigen Jahren der Beitrags­stabilität – von einer Beitrags­anpassung (BAP) betroffen. In Kombi­nation mit der sehr hohen BAP im Tarif PVN (Pflege­pflicht­versicherung) kann es zu deut­lichen Gesamt­beitrags­erhöhungen kommen. Wir wissen, dass eine Beitrags­erhöhung, auch wenn sie unver­meidbar ist, eine weitere Belas­tung in diesen ohnehin schon für alle heraus­fordern­den Zeiten darstellt.

Aus diesem Grund setzen wir – wie alljährlich – hohe Limitie­rungs­mittel ein, um die BAP abzu­federn. Besonders hohe Limitie­rungen bekommen Voll­versiche­rungs­tarife, die bereits im letzten Jahr eine Beitrags­erhöhung hatten.

Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten:

  • Alle Tarife der betrieb­lichen Kranken­versiche­rung sind beitrags­stabil
  • Die Ergänzungsversiche­rung wird nur in wenigen Tarifen eine Beitrags­anpassung haben
  • Auch in der Vollversiche­rung gibt es einige bestands­starke Tarife ohne Beitrags­anpassung im kommen­den Jahr, so z. B. Tarif GB für Beihilfe­berechtigte

Informationsblatt zur Beitragsanpassung

In einem separaten Informations­blatt infor­mieren wir Sie über die indivi­duellen auf den Vertrag zutref­fenden Gründe der Anpassung.

Alle bekommen die Kosten­steigerungen zu spüren

Die Beiträge der gesetzlichen und privaten Kranken­versiche­rung entwickeln sich ähnlich. Hier ein Vergleich auf der Zeit­achse sowie die Darstel­lung des Höchst­beitrages.

Beitragsentwicklung der PKV und GKV im Vergleich
Entwicklung des Höchstbeitrages in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und sozialen Pflegepflichtversicherung (SPV)



Demografischer Wandel und die PKV

Die Auswirkungen des demo­grafischen Wandels werden auch in der Versiche­rungs­branche – speziell in der gesetz­lichen Kranken­versiche­rung (GKV) – deutlich spürbar. Die geburten­starken Jahr­gänge von 1955 bis 1967 sind oder kommen zeitnah in das Alter, in dem der durch­schnitt­liche Bedarf an Gesund­heits­dienst­leistungen über­pro­portio­nal ansteigt. Zusätz­lich rücken immer weniger junge Menschen, die tenden­ziell eher geringe Gesund­heits­kosten verur­sachen, nach.

Dies bekommt ein System wie die gesetz­liche Kranken­versiche­rung, die im Umlage­verfahren funktio­niert, besonders schmerz­haft zu spüren. Durch das fort­während kleiner werdende Versicherten­kollektiv sinken die Beitrags­einnah­men in der GKV. Dem gegen­über stehen aller­dings zeit­gleich nicht etwa sinkende Leistungs­ausgaben. Im Gegen­teil: Der Beitrags­anteil der stark dominie­renden geburten­armen Jahr­gänge kann die steigen­den Leistungs­ausgaben der geburten­starken Jahr­gänge bei weitem nicht aus­gleichen.

Durch die Tatsache, dass sich die Pyramiden der Beitrags­einnahmen und Leistungs­ausgaben umgekehrt haben und zusätz­lich die Kosten der medizi­nischen Versorgung steigen (aufgrund neuer, teurerer Diagnose- und Behand­lungs­methoden und der höheren Lebens­erwartung der Versicherten), sind künftig deutliche Beitrags­steige­rungen und Leistungs­kürzungen in der gesetz­lichen Kranken­versicherung sicher zu erwarten.

Demografischer Wandel



Anders verhält es sich in der privaten Kranken­versicherung (PKV), bei der sich der demo­grafische Wandel in dieser Form nicht auswirkt. Primärer Grund hierfür ist, dass die PKV nicht im Umlage­verfahren, sondern im Kapital­deckungs­verfahren funktio­niert. Jeder einzelne Tarif ist aus­finan­ziert; ledig­lich steigende medizi­nische Kosten, die bei der Kalku­lation des Tarifes nicht absehbar waren, können zu Beitrags­an­pas­sungen führen.

Neue und moderne Behandlungs- und Diagnose­methoden spiegeln sich in den Leistungs­aus­gaben wider, da diese mit zuneh­mender medizi­nischer Weiter­entwicklung steigen. Aber auch der Vorteil dieser Entwick­lung ist deutlich spürbar: Die neuen Methoden stehen Ihnen als privat Kranken­versicher­tem bzw. privat Kranken­versicherter jeder­zeit offen. Sie und Ihre Gesund­heit profi­tieren hiervon in hohem Maße, denn eine Über­nahme der Kosten ist Ihnen im tariflich verein­barten Umfang sicher.

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