Mann auf einem E-Scooter Mann auf einem E-Scooter

Gothaer Ratgeber > Freizeit & Hobby > Freizeit

Wo darf man mit dem E-Scooter fahren?

E-Scooter erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In vielen Großstädten erobern die Tretroller die Straßen: Allein in Berlin stellen die drei größten Leihanbieter rund 11.000 "elektrische Tretroller" zur Verfügung. Und auch die Zahl an Rollern in Privatbesitz nimmt zu. Doch die Fortbewegungsmittel spalten die Gesellschaft. Während die Nutzer die flinken Roller schätzen, ärgern sich Fußgänger über versperrte Gehwege und E-Scooter-Fahrer, die rücksichtslos über den Bürgersteig rasen. Hier lesen Sie, wann und wo man mit dem E-Scooter fahren darf.

Wann und wo darf ich E-Roller fahren?

E-Scooter sind Tretroller mit Elektromotor und Akku, deren Geschwindigkeit der Nutzer über einen Drehgriff am Lenker steuert. Die Frage "Wo darf ich mit dem E-Scooter fahren?" regelt seit dem Jahr 2019 die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (EKV). Diese Regelung legt unter anderem fest, dass E-Roller und Segways mindestens 6 km/h und maximal 20 km/h schnell sein dürfen. E-Scooter dürfen nicht mehr als 500 Watt Leistung haben und ohne Fahrer nicht mehr als 55 kg wiegen. Der elektrische Tretroller benötigt zudem folgende Mindestausstattung:

  • Beleuchtung vorne und hinten (auch abnehmbar möglich)
  • Klingel
  • Gelbe Reflektoren an den Seiten oder reflektierende Weißwandreifen
  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen (wobei eine Bremse allein mindestens 44 Prozent der Mindestbremskraft aufbringen muss)

Damit Sie im Straßenverkehr einen E-Scooter fahren dürfen, benötigt das Fahrzeug eine Betriebserlaubnis. Mittlerweile beantragen die meisten Hersteller eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) beim Kraftfahrtbundesamt. Damit entfällt die teure und aufwendige Einzelabnahme der Roller bei einem Prüfinstitut wie dem TÜV.

Die Verordnung sieht vor, dass Sie ähnlich wie beim Mofa oder einem 50-ccm-Motorroller mindestens eine spezielle Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Sie erhalten ein Versicherungskennzeichen, das wie beim Mofa vom 01.03. eines Jahres bis zum 28.02. des Folgejahres gilt. Das Folienkennzeichen sieht aus wie ein Mofa-Kennzeichen, ist aber kleiner. Das Kennzeichen muss hinten auf dem E-Scooter gut sichtbar befestigt sein, wenn Sie auf öffentlichen Wegen E-Scooter fahren möchten.

Bei der Gothaer schließen Sie die Versicherung für Ihren E-Scooter bequem online ab. Der Gesetzgeber verlangt wie beim Auto eine Haftpflichtversicherung, damit Sie am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, eine Teilkasko-Versicherung mit 150 Euro Selbstbeteiligung abzuschließen. Dann greift die Versicherung auch bei:

  • Diebstahl
  • Naturgewalten (z. B. Hagel, Überschwemmung)
  • Grober Fahrlässigkeit
  • Explosion oder Brand (Bedenken Sie die Brandgefahr durch den Akku!)
  • Kurzschluss in der Verkabelung
  • Zusammenstoß mit Tieren

Um einen E-Scooter zu fahren, benötigen Sie keinen Führerschein. Allerdings dürfen Jugendliche erst ab einem Alter von 14 Jahren E-Roller fahren. Der erste Gesetzentwurf sah eine Helmpflicht vor, diese wurde in der gültigen Fassung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung jedoch wieder verworfen. Trotzdem ist ein Helm sehr empfehlenswert. Denn eine Vollbremsung bei 20 km/h führt schnell zum Sturz.

Außerdem schätzen viele andere Verkehrsteilnehmer die elektrischen Tretroller falsch ein oder übersehen sie ganz und schneiden sie.

Wo darf ich E-Scooter fahren?

E-Scooter gehören immer auf den Radweg. Anders als Radfahrer sind Fahrer eines E-Tretrollers sogar dazu verpflichtet, Radwege und Fahrradstreifen zu benutzen, bei denen für Fahrräder keine Benutzungspflicht besteht (z. B. kein blaues Radwegezeichen, Verkehrszeichen 237). Sofern ein als Radweg angelegter Fahrtstreifen zu erkennen ist, müssen Sie dort mit dem E-Scooter fahren. Weiterhin gilt:

  • Auf Fußwegen und in Fußgängerzonen dürfen Sie nicht E-Scooter fahren.
  • Sollte eine Fußgängerzone durch das Zusatzschild "Fahrräder frei" für diese befahrbar sein, gilt das nicht für E-Scooter.
  • Allerdings dürfen Sie mit einem E-Roller falsch herum in eine Einbahnstraße fahren, wenn die Fahrtrichtung für Fahrräder freigegeben ist.
  • Auf Fußwegen oder in Fußgängerzonen dürfen Sie nur dann E-Scooter fahren, wenn das Zusatzschild "Elektrokleinstfahrzeuge frei" die Fläche zur Benutzung freigibt.
  • Ist kein Radweg vorhanden, müssen Sie auf der Straße E-Scooter fahren.
  • In verkehrsberuhigten Zonen (Spielstraße) ist das "Rollern" in Schrittgeschwindigkeit erlaubt
  • Ebenfalls tabu sind alle Wege, deren Benutzung für Fahrzeuge aller Art, Autos, Motorräder oder Fahrräder verboten ist.
  • Auch auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen hat ein E-Scooter nichts verloren.

E-Scooter fahren und Alkohol trinken: Ist das erlaubt?

Denken Sie nicht, dass ein E-Scooter eine Alternative zum Auto darstellt, wenn Sie auf einer Feier oder in einem Club zu tief ins Glas geschaut haben. Denn sobald Sie E-Scooter fahren, gelten die gleichen Grenzwerte für Alkohol wie für Autofahrer. Das heißt:

  • Hält die Polizei Sie an, obwohl Sie keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen zeigen, und stellt einen Blutalkoholwert zwischen 0,5 und 1,09 Promille fest, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Der übliche Strafrahmen liegt bei einem Monat Fahrverbot, zwei Punkten in der Verkehrssünderkartei und 500 Euro Geldbuße.
  • Ab 1,1 Promille begehen Sie auch ohne Auffälligkeiten durch Alkohol eine Straftat. Das bedeutet den Entzug der Fahrerlaubnis, drei Punkte und Geld- oder Freiheitsstrafe.
  • Bitte beachten Sie, dass Sie bereits ab 0,3 Promille Alkohol im Blut eine Straftat begehen, wenn Sie E-Scooter fahren und Auffälligkeiten (z. B. Schlangenlinien fahren) zeigen oder einen Unfall verursachen.
  • Achtung! Für Fahrer unter 21 Jahre und Fahrer in der Probezeit gilt die Null-Promille-Grenze. Diese Nutzergruppe darf unter Alkoholeinfluss auf gar keinen Fall E-Scooter fahren.

Fazit

E-Scooter erweitern die Möglichkeiten der Mobilität und bieten sich für kürzere Wege oder in Kombination mit dem ÖPNV an. Unverzichtbar ist allerdings eine entsprechende Versicherung, die Sie unbedingt noch vor der ersten Probefahrt abschließen müssen.

Fragen & Antworten zum Thema E-Scooter

Nein! Immer nur eine Person darf einen E-Scooter fahren. Auch die Mitnahme von Kindern (z. B. in einer Rückentrage) ist nicht erlaubt.

Für Schäden Dritter steht die Haftpflichtversicherung ein. Beschädigungen am Roller lassen sich teilweise über die Teilkasko-Versicherung abdecken. Empfehlenswert für jeden Fahrer ist zudem eine private Unfallversicherung.

Ist nur eine normale Ampelanlage vorhanden, richten Sie sich mit dem E-Scooter nach den Lichtzeichen für die Autofahrer. Gibt es dagegen eigene Ampeln für Radfahrer, sind diese für Sie maßgeblich.

In den Fernzügen der Deutschen Bahn gelten zusammengeklappte E-Scooter als Handgepäck und werden kostenlos transportiert. Nahverkehrsunternehmen regeln das sehr unterschiedlich. Einige erlauben die kostenlose Mitnahme von zusammengeklappten Tretrollern und schließen nicht faltbare Modelle von der Mitnahme aus oder sie verlangen ein Zusatzticket.

Gothaer Versicherung vor Ort. Finden Sie persönliche Berater*innen in Ihrer Nähe.

Berater*in in der Nähe

Sie haben Fragen zur Gothaer E-Scooter-Versicherung?

Sie wollen Ihren E-Scooter rundum absichern? Hier finden Sie Berater*innen in Ihrer Nähe, die Ihnen bei allen Fragen rund um die E-Scooter-Versicherung professionell zur Seite stehen. Wir beraten Sie gerne persönlich oder telefonisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Hunde-Krankenversicherung

Wie jeder Vierbeiner kann auch Ihr treuer Begleiter einmal krank werden. Damit neben dem Leid des Tiers nicht auch noch die hohe Tierarztrechnung Kopfzerbrechen bereitet, empfiehlt sich eine Hunde-Krankenversicherung.