Ehepaar sichtet seine Unterlagen

Hintergründe und Informationen

Beitragsanpassung

Mit Ihrer privaten Krankenversicherung bei der Gothaer haben Sie sich für einen Versicherungsschutz entschieden, der Ihnen die beste medizinische Versorgung bietet und Sie vom medizinischen Fortschritt profitieren lässt. Hier finden Sie Informationen rund um das Thema Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung (PKV).

Bei Fragen hilft Ihnen unser Beratungsteam gerne weiter:

+49221 308-21999

Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich die Stärke eines Gesundheitssystems. Das deutsche System gehört zu den besten und fortschrittlichsten.

Neuartige Medikamente, verbesserte Therapieverfahren – Wissenschaftler, Ärzte und Professoren arbeiten daran, dass wir länger leben und gesund bleiben. Sie schenken jungen und alten Patienten mehr Lebensqualität und retten darüber hinaus durch ihre Forschungen Menschenleben.

  • Anstieg der Lebenserwartung
  • Gestiegene Kosten im Gesundheitswesen
  • Verändertes Zinsniveau
  • Gesetzliche Änderungen

Das alles sind Faktoren, auf die wir - als Ihr Krankenversicherer - reagieren müssen.

Nachfolgend haben wir für Sie die wichtigsten Hintergrundinformationen rund um eine Beitragsanpassung zusammengestellt.

Allgemeine Fragen und Antworten zur Beitragsanpassung

Die private Krankenversicherung (PKV) und die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) unterscheiden sich grundlegend in der Art der Beitragskalkulation: Während die GKV den Beitrag in Abhängigkeit vom Einkommen erhebt, werden die Beiträge in der PKV unabhängig vom Einkommen nach dem Äquivalenzprinzip kalkuliert: Unterschiede GKV und PKV

Was heißt das für die Versicherten der privaten Krankenversicherung?

Zu Beginn der Versicherung werden für jeden Versicherten seinem persönlichen Risiko entsprechende Beiträge erhoben. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Umfang des Versicherungsschutzes.

In jedem Tarif finanziert die jeweilige Altersgruppe ihre Leistungsausgaben selbst. Innerhalb der Altersgruppe müssen die erwarteten Versicherungsleistungen den Beitragseinnahmen über die gesamte Vertragslaufzeit entsprechen.

Bei der Kalkulation der Beiträge werden Lebenserwartung und höhere Inanspruchnahme der versicherten Leistungen im Alter bereits ab Vertragsbeginn durch die Bildung der Alterungsrückstellung berücksichtigt.

Verschlechtert sich im Laufe der Zeit der Gesundheitszustand eines Versicherten, so hat dies keine Auswirkungen auf seinen individuellen Beitrag. Eine Beitragserhöhung wegen einer Erkrankung bzw. durch das Älterwerden gibt es nicht.

Warum es trotzdem zu Beitragsanpassungen kommt, erklären wir Ihnen im nachfolgenden Punkt.

Unser Versprechen:

Mit Abschluss einer privaten Krankenversicherung (PKV) garantieren wir Ihnen einen dauerhaft unveränderten Versicherungsschutz.

Allerdings gibt es Faktoren, die zu Beitragsanpassungen führen können. Dies sind:

  • Stetig steigende Gesundheitskosten
  • Steigende Lebenserwartung


Hier einige Beispiele für neue Therapieverfahren, die zu Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und damit zu Beitragsanpassungen führen können:

Moderne Laserbehandlung ermöglicht viele Therapiemöglichkeiten

Der Einsatz moderner Lasersysteme hat die therapeutischen Maßnahmen in vielen medizinischen Bereichen revolutioniert, wie beispielsweise in der Dermatologie. Verglichen mit bisherigen chirurgischen Eingriffen lassen sich Hautveränderungen mit der modernen Lasertherapie schnell, präzise und in der Regel narbenfrei entfernen.

Depressionen

Die Depression ist eine der häufigsten Erkrankungen und dabei die am meisten unterschätzte Erkrankung. Depressionen können jeden treffen: Manager, Angestellte oder Erwerbslose - alle sind gleichermaßen betroffen. Auch Kinder und ältere Menschen können erkranken. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt einmal in seinem Leben an einer Depression. Die steigenden Krankheitskosten im Zusammenhang mit der Behandlung einer Depression zeigen, dass immer mehr Menschen von dieser Erkrankung betroffen sind.

Mehr Sicherheit für kleine Diabetespatienten und Eltern

Auch Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an Diabetes. Die Eltern kennen die Alltagssorgen: Schmerzhaftes Fingerstechen, nächtliches Wecken der Kleinen und sobald das Kind bei seinen Freunden oder in der Schule ist, kommt die Angst auf, es könnte beim Spielen unterzuckern. Durch die innovative Entwicklung von Messsystemen können Eltern endlich aufatmen. Ab sofort genügt ein schmerzloser Scan über einen am Oberarm befestigten Sensor, um den Zuckerwert zu ermitteln. Dies erleichtert Eltern und auch Kindern den Umgang mit Diabetes im Alltag. Im Vergleich zu der herkömmlichen Messmethode mit Stechhilfe und Teststreifen sind die Kosten jedoch deutlich höher.

Ein Blick auf die Statistik bestätigt die kontinuierliche Steigerung der Kosten im Gesundheitswesen:

Kostenentwicklung Beitragsanpassung 2020



(Vgl. Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung des PKV-Verbandes)

  • Ambulante Leistungen: Summe aus Arzt- und Heilpraktikerbehandlung, Arznei- und Verbandmittel, Heil-/Hilfsmittel
  • Stationäre Leistungen: Summe aus allgemeinen Krankenhausleistungen, Wahlleistungen, Chefarztbehandlungen, Ein- / Zweibettzimmer, Ersatz-Krankenhaustagegeld
  • Zahnärztliche Versorgung: Summe aus Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie

Jeder PKV-Versicherer ist gesetzlich zu einer jährlichen Beitragsüberprüfung verpflichtet. Vereinfacht gesagt, werden kalkulierte Versicherungsleistungen mit den tatsächlichen verglichen. Außerdem werden die Sterbewahrscheinlichkeiten des Kollektives betrachtet. Diese Überprüfungen geschehen jeweils getrennt pro Tarif und Altersstufe.

Ergibt die Überprüfung eine nicht nur vorübergehende Abweichung, müssen im nächsten Schritt die Rechnungsgrundlagen betrachtet und ggf. aktualisiert werden. Zu den Rechnungsgrundlagen zählen Versicherungsleistungen, Sterbewahrscheinlichkeiten, Rechnungszins, Storno und Kosten (z. B. Verwaltungskosten).

Die gesamthafte Betrachtung kann sowohl zu Beitragsminderungen oder unverändertem Beitrag als auch zu Beitragserhöhungen führen.

Um für Transparenz zu sorgen, informieren wir Sie im Rahmen einer Beitragsanpassung über die auslösenden Faktoren, Versicherungsleistungen und Sterbewahrscheinlichkeiten sowie die aktualisierten Rechnungsgrundlagen.

Bei Tarifen mit Alterungsrückstellung werden die durch das Älterwerden erfahrungsgemäß höheren Versicherungsleistungen von Beginn an bei der Beitragskalkulation durch die Bildung der Alterungsrückstellung berücksichtigt.

Zu Beginn der Versicherung zahlen die Versicherten einen höheren Beitrag als für die Deckung der Krankheitskosten benötigt wird. Dieser zunächst nicht benötigte Beitragsteil wird als Alterungsrückstellung verzinslich angesammelt. Mit fortschreitender Vertragsdauer werden die höheren Gesundheitsleistungen im Alter aus der Alterungsrückstellung finanziert. Dadurch wird erreicht, dass sich die Beiträge nicht wegen des Älterwerdens erhöhen.

Schaubild einer Alterungsrückstellung



* Beitrag zur Deckung des Schadenbeitrags


Übersteigt jedoch die Inanspruchnahme der Versicherungsleistungen oder die Lebenserwartung unsere kalkulierten Beiträge, so reichen Beitrag und Alterungsrückstellung zusammen nicht mehr aus, um die versicherten Leistungen zu garantieren. Es erfolgt, wie bereits beschrieben, eine Beitragsanpassung.

Grundlage für die Verzinsung der Alterungsrückstellung ist der Rechnungszins. Die Reduzierung der Zinsen in den letzten Jahren führt dazu, dass die Alterungsrückstellung nicht mehr in der Höhe anwachsen wird, wie dies in früheren Jahren der Fall war. Um die Alterungsrückstellung gewährleisten zu können, muss die Beitragsdifferenz, die durch Zinsen nicht mehr erwirtschaftet werden kann, durch einen höheren Beitrag aufgefangen werden. Aus diesem Grund wird im Falle einer Beitragsanpassung auch der Rechnungszins aktualisiert.

Je früher der Versicherte seinen privaten Krankenversicherungsvertrag abschließt, desto niedriger ist sein Beitrag. Die Alterungsrückstellung kann länger angesammelt werden als bei späterem Beginn einer Versicherung.

Alle Versicherten, die seit Januar 2009 eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, können bei späterem Wechsel des Versicherers einen Teil ihrer Alterungsrückstellung auf den neuen Versicherer übertragen. Um dies zu ermöglichen, wird seit dem 1. Januar 2009 in alle Neuverträge ein sogenannter Übertragungswert eingerechnet.

Zur zukünftigen Beitragsentwicklung können wir leider keine konkrete Aussage treffen. Die großen Einflussfaktoren Gesundheitskosten und Sterbewahrscheinlichkeit und die weiteren Rechnungsgrundlagen sind nicht vorhersehbar und daher schwer kalkulierbar.

Von deren Entwicklung hängt maßgeblich ab, welche Beiträge künftig notwendig sein werden, um das Gleichgewicht zwischen Leistungsausgaben und Beitragseinnahmen sicherzustellen.

Es liegt auch in unserem Interesse Beitragsanpassungen entweder gänzlich zu vermeiden bzw. diese zumindest zu minimieren. Dazu haben wir ein Bündel von Maßnahmen entwickelt. Hier mal einige Beispiele:

  • Sensibilisierung unserer Versicherten für kosten- und gesundheitsbewusstes Verhalten
  • Mit neuen digitalen, medizinisch wertvollen Angeboten im Bereich Informationen für Krankenversicherte möchten wir unseren Kunden neue Möglichkeiten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge und des Gesundheitsmanagements bieten
  • Attraktive Beitragsrückerstattung
  • Wir prüfen eingehende Rechnungen sehr gewissenhaft und können dadurch unberechtigte Forderungen zurückweisen
  • Mit höchster Priorität arbeiten wir an der Beitragsstabilität zum Beispiel durch Kooperationen mit Arzneimittelherstellern und konsequentes Leistungsmanagement
  • Gesundheitsapp
  • Gesundheitsbroschüren
  • Aktive Betreuung durch Gesundheitskampagnen

Neben der bereits beschriebenen Bildung der Alterungsrückstellung gibt es weitere Maßnahmen, die darauf abzielen, die Finanzierbarkeit auch im Alter zu gewährleisten:

Altersanwartschaften:

Wird zum Beispiel wegen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen eine Beitragserhöhung notwendig, setzen wir als Gothaer zusätzliche finanzielle Mittel nach § 150 Abs. 4 VAG zur Begrenzung der Beitragssteigerungen ein.

Hierzu schreiben wir einen Teil der überrechnungsmäßigen Kapitalerträge (Überzinsen) als Zinsgutschrift auf die normale Alterungsrückstellung jedem Versicherten gut. Das bedeutet, dass jeder Versicherte sozusagen zwei "Sparkonten" hat: die Alterungsrückstellung und die Altersanwartschaften. Diese Altersanwartschaften werden wiederum verzinslich angelegt und jedes Jahr durch weitere Zinsgutschriften aus der Alterungsrückstellung zusätzlich aufgebaut.

Diese Überschussmittel sind für die über 65-jährigen Versicherten bestimmt, um Beitragserhöhungen zu mindern oder zu verhindern.

Ist die Beitragsanpassung höher als die Altersanwartschaft hergibt, können natürlich nur die vorhandenen Mittel zur Abfederung angerechnet werden. Wird die angesparte Rücklage nicht innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraumes von drei Jahren für diesen Zweck verwendet, erhalten die Versicherten einen dauerhaften Beitragsnachlass. Dieser Beitragsnachlass muss direkt im Anschluss an die drei Jahre gewährt werden.

Gesetzlicher Zuschlag:

Ein weiteres Instrument zur Beitragsentlastung im Alter ist der gesetzliche Zuschlag. Diesen hat der Gesetzgeber seit dem 1. Januar 2000 für alle Neuversicherten eingeführt. Der gesetzliche Zuschlag in Höhe von zehn Prozent wird auf die Tarife der Krankheitskostenvollversicherung (substitutive Krankheitskostenversicherung) bis zum 60. Lebensjahr erhoben. Ab dem 65. Lebensjahr werden diese Mittel zur Milderung von Beitragserhöhungen und ab dem 80. Lebensjahr – sofern noch Mittel vorhanden sind – zur Beitragssenkung verwendet.

Je länger der Vertrag besteht, desto höher ist die Beitragsentlastung: Aufgrund der angelegten Mittel zahlt ein Bestandskunde in den gleichen Tarifen weniger als ein Neukunde.

Weitere Möglichkeiten der Beitragsentlastung im Alter

  • Aktuell bieten wir den Beitragsentlastungstarif MediSafe zu bestimmten Tarifen an. Durch zusätzliche Einzahlungen in jüngeren Jahren wird der Beitrag dauerhaft im Alter reduziert
  • Das Krankentagegeld entfällt mit Renteneintritt, da dieser Schutz vor Verdienstausfall bei langen Krankheiten im Beruf in der Rente nicht mehr benötigt wird
  • Reduzierung des die Beihilfe ergänzenden Krankenversicherungsschutzes bei Beihilfeberechtigten: Für versicherte Beamte erhöht sich i. d. R. als Versorgungsempfänger der Beihilfesatz, so dass diese entsprechend weniger Beitrag für ihren die Beihilfe ergänzenden Krankenversicherungsschutz aufwenden müssen
  • Zuschuss der gesetzlichen Rentenversicherung: Privat versicherte Rentner erhalten von der gesetzlichen Rentenversicherung einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung. Dieser orientiert sich am Zahlbetrag der persönlichen Rente und berechnet sich nach dem halben allgemeinen Beitragssatz in der GKV zuzüglich der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes der GKV. Der Beitragszuschuss ist auf die Hälfte des tatsächlichen Beitrages der privaten Krankenversicherung begrenzt.
  • Jeder Privatversicherte hat gemäß § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) einen Rechtsanspruch darauf, jederzeit in einen anderen Tarif mit gleichartigem oder auf Wunsch auch geringerem Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten zu wechseln. Die aus dem Vertrag erworbenen Rechte und die Alterungsrückstellung werden bei einem Tarifwechsel angerechnet. Im Falle einer Beitragsanpassung weisen wir unsere Versicherten stets ausdrücklich auf ihr Recht zum Tarifwechsel hin.
  • Gemäß den Leitlinien der privaten Krankenversicherung garantieren wir unseren Versicherten eine persönliche und bedarfsgerechte Beratung. Im Vordergrund stehen dabei die individuellen Wünsche und Bedürfnisse unserer Versicherten. Hierdurch soll der Versicherungsbedarf geklärt und über geeignete Tarifalternativen informiert werden.
  • Wer seinen Beitrag senken möchte und daher über einen Tarifwechsel nachdenkt, sollte seinen Versicherungsschutz einer genauen Prüfung unterziehen. Welche Leistungen sind unverzichtbar und welche Leistungen sind weniger wichtig. Es gibt einige Möglichkeiten, wie der Versicherte seinen Versicherungsschutz und damit auch seinen Beitrag reduzieren kann und dennoch im Krankheitsfall gut versorgt ist, zum Beispiel:
    - Unterbringung im Zweibettzimmer bei stationärem Aufenthalt anstelle im Einbettzimmer
    - Reduzierung des Erstattungssatzes bei Zahnbehandlung bzw. Zahnersatz
    - Erhöhung der vereinbarten Selbstbeteiligung
  • Für Versicherte, die den Beitrag für ihre private Krankenversicherung im Alter nicht mehr bezahlen können, stehen unter bestimmten Voraussetzungen zwei gesetzlich verankerte Verbandstarife zur Verfügung:
    - Der Standardtarif für Personen, die vor dem 1. Januar 2009 eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben und im Alter einen preiswerten Tarif benötigen oder
    - Der Basistarif für Personen, die nach dem 1. Januar 2009 eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben und nachweislich hilfebedürftig sind nach SGB II (Hartz IV) oder SGB XI (Sozialhilfe).
  • Da diese Tarife ein an die GKV angelehntes eingeschränktes Leistungsniveau haben, stellen sie keine wirkliche Alternative für Privatpatienten dar. Ein Wechsel muss daher wohl überlegt werden. Der maximale Beitrag entspricht dem Höchstbeitrag der GKV.
    Sofern ein Wechsel in den Standard- bzw. Basistarif mit einer Erweiterung des bestehenden Versicherungsschutzes verbunden ist, erfolgt eine Gesundheitsprüfung für die Mehrleistungen. Dies kann zu einem medizinischem Wagnisausgleich führen.

Nein. Ein Widerspruchsrecht gegen die Beitragserhöhung existiert nicht.

Zu Beginn der Versicherung werden für jeden Versicherten seinem persönlichen Risiko entsprechende Beiträge erhoben. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Umfang des Versicherungsschutzes.

Danach gilt die solidarische Absicherung des Krankheitsrisikos aller Versicherten gleichen Alters innerhalb des gewählten Tarifs. Das heißt, die Entwicklung des persönlichen Gesundheitszustands spielt bei der Berechnung des zukünftigen Beitrags keine Rolle mehr. Wer häufiger krank wird, wird von den Beitragsgeldern aller Tarifversicherten mitgetragen. Wenn die medizinischen Leistungsausgaben innerhalb eines Tarifs insgesamt steigen, werden die Zusatzkosten gleichermaßen auf alle Versicherten dieses Tarifs verteilt und die Beiträge des Tarifs angepasst.

Hierdurch wird sichergestellt, dass wir auch künftig die vertraglich garantierten Leistungen zur Verfügung stellen können.

Besonderheiten der diesjährigen Beitragsanpassung (BAP)

1. Beitragsanpassung in der privaten Pflegepflichtversicherung (PPV)

In der Pflegepflichtversicherung erfolgt keine Anpassung zum 01.01.2021.

Zu diesem Termin steigen die Höchstbeiträge wegen der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der Pflegeversicherung an.

Aktuell beabsichtigt der Gesetzgeber eine Pflegeleistungsreform, die Auswirkungen auf die Beitragskalkulation haben wird.

2. Anpassung des Rechnungszinses

Wir sind gesetzlich verpflichtet, jährlich die der Kalkulation zugrundeliegenden Leistungsausgaben und Sterblichkeiten den erforderlichen gegenüberzustellen.

Ergibt sich hieraus ein Anpassungsbedarf, müssen wir auch die weiteren Rechnungsgrundlagen - inkl. des Rechnungszinses – überprüfen und ggf. anpassen.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinssituation mussten wir auch in diesem Jahr den Rechnungszins absenken.

3. Informationsblatt zur Beitragsanpassung

In einem separaten Informationsblatt teilen wir unseren Kunden allgemeine Informationen zum Zustandekommen ihrer Beitragsanpassung mit. Darüber hinaus erläutern wir neben den allgemeinen auch die individuellen auf den Vertrag zutreffenden Gründe der Anpassung.

4. Beitragsanpassung in den Pflegeergänzungstarifen

Der Gesetzgeber hat die Versorgung im Pflegefall in den letzten Jahren deutlich verbessert. So haben zum Beispiel mehr Menschen als früher Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Diese wesentlich verbesserte Pflegeversorgung hat jedoch ihren Preis. Seit der letzten Beitragsanpassung in unseren Pflegeergänzungstarifen (2017) beobachten wir einen kontinuierlichen Anstieg der Leistungsausgaben. In diesem Jahr sind die tatsächlichen Leistungsausgaben noch einmal deutlich gestiegen, so dass eine Beitragsanpassung unumgänglich ist.

Mit der Beitragsanpassung wurde auch der zugrundeliegende Rechnungszins aktualisiert.

Vergleich private Krankenversicherung (PKV) und gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Die private Krankenversicherung (PKV) und die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) weisen zahlreiche Unterschiede auf: Vergleich PKV und GKV

Beitragsunterschiede

Während sich die Beiträge zur privaten Krankenversicherung aus den jeweils abgeschlossenen Tarifen (inkl. eines etwaigen medizinischen Wagnisausgleiches) und des Alters berechnen, bemessen sich die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nach einem Prozentsatz der beitragspflichtigen Bruttoeinnahmen.

Sowohl bei pflicht- als auch bei freiwillig gesetzlich Versicherten werden die Einkünfte insgesamt bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.

Entwicklung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)



Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Versicherungssysteme

Die Auswirkungen des demografischen Wandels werden auch in der Versicherungsbranche – speziell in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – deutlich spürbar. Die geburtenstarken Jahrgänge (1955 – 1967) sind oder kommen zeitnah in das Alter, in dem der durchschnittliche Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen überproportional ansteigt. Zusätzlich rücken immer weniger junge Menschen, die tendenziell eher geringe Gesundheitskosten verursachen, in die gesetzliche Krankenversicherung nach.

Dies bekommt ein System wie die gesetzliche Krankenversicherung, die im Umlageverfahren funktioniert, besonders schmerzhaft zu spüren. Durch das fortwährend abschmelzende Versichertenkollektiv sinken die Beitragseinnahmen in der GKV. Demgegenüber stehen allerdings zeitgleich nicht etwa sinkende Leistungsausgaben. Im Gegenteil: Der Beitragsanteil der stark dominierenden geburtenarmen Jahrgänge kann die steigenden Leistungsausgaben der geburtenstarken Jahrgänge bei weitem nicht ausgleichen.

Durch die Tatsache, dass sich die Pyramiden der Beitragseinnahmen und Leistungsausgaben umgekehrt haben und zusätzlich die Kosten der medizinischen Versorgung steigen (aufgrund neuer, teurerer Diagnose- und Behandlungsmethoden und der höheren Lebenserwartung der Versicherten), sind künftig deutliche Beitragssteigerungen und Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung sicher zu erwarten.

Demografischer Wandel



Dementgegen steht die private Krankenversicherung (PKV), bei der sich der demografische Wandel in dieser Form nicht auswirkt. Primärer Grund hierfür ist, dass die PKV nicht im Umlageverfahren, sondern im Kapitaldeckungsverfahren funktioniert. Jeder einzelne Tarif ist ausfinanziert; lediglich steigende medizinische Kosten, die bei der Kalkulation des Tarifes nicht absehbar waren, können zu Beitragsanpassungen führen.

Neue und moderne Behandlungs- und Diagnosemethoden spiegeln sich in den Leistungsausgaben wider, da diese mit zunehmender medizinischer Weiterentwicklung steigen. Aber auch der Vorteil dieser Entwicklung ist deutlich spürbar: Die neuen Methoden stehen Ihnen als privat Krankenversichertem jederzeit offen. Sie und Ihre Gesundheit profitieren hiervon in hohem Maße, denn eine Übernahme der Kosten ist Ihnen im tariflich vereinbarten Umfang sicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote für Menschen mit Diabetes

Informieren Sie sich über neuartige Messmethoden, digitale App-Lösungen und begleitende Betreuungsangebote.

Arzneimittelausgaben

Die Gothaer bietet Ihnen Rundum-Unterstützung, z. B. durch einen Arzneimittel-Check, einen Online-Preisvergleich und Kooperationen mit Arzneimittelherstellern.