Eine Wallbox am Haus. Die eigene Ladestation fürs E-Auto. Eine Wallbox am Haus. Die eigene Ladestation fürs E-Auto.

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Wallbox: So kommen Sie zur eigenen Ladestation für das E-Auto

Das Ladenetzranking des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) macht deutlich: Es gibt hierzulande zu wenige öffentlich zugängliche Ladesäulen für zu viele E-Autos. Der Bestand an reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden wächst schneller als die Ladeinfrastruktur. Die Auswertung zeigt: Am 01. Oktober 2021 mussten sich 21 E-Autos eine Ladesäule teilen. Und von den knapp 49.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten im Land sind weniger als 8.000 schnellladefähig. Wohl dem, der zum E-Auto die passende Wallbox besitzt. Denn mit der eigenen E-Tankstelle am Haus sind Sie unabhängig von den "öffentlichen Stromtankstellen".

Was ist eine Wallbox und mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Es ist nicht empfehlenswert, ein E-Auto an einer normalen Haushaltssteckdose (Schuko) aufzuladen, denn diese sind nicht für die Stromversorgung von solch großen und leistungsstarken Akkus konzipiert. Der Ladevorgang dauert unverhältnismäßig lange, es treten hohe Ladeverluste auf und dazu besteht die Gefahr der Überhitzung. Die klassische Haushaltsverkabelung ist nicht auf eine Dauerbelastung mit den maximal möglichen 3,7 kW ausgelegt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem gefährlichen Kabelbrand.

Abhilfe schafft eine sogenannte Wallbox, die den Ladevorgang permanent kontrolliert und steuert. Das heißt, die Box kommuniziert stetig mit der Ladetechnik des E-Autos und überwacht gleichzeitig den Stromfluss. Außerdem sorgt ein integrierter FI-Schutzschalter dafür, dass der Ladevorgang bei Störungen abgebrochen wird, bevor überhaupt ein Schaden entsteht (z. B. bei Überhitzung).

Eine Wallbox wird vom Fachmann bzw. der Fachfrau an einer Wand neben dem Stellplatz oder an einer Säule errichtet und mit dem Haushaltsstromnetz verbunden. Dank der Steuerungs- und Sicherheitseinrichtungen bietet eine Wallbox eine Ladeleistung von 11 oder sogar 22 kW. Das verkürzt den Ladevorgang deutlich.

Die Kosten für die Wallbox selbst liegen je nach Hersteller, Modell und gewünschtem Funktionsumfang zwischen rund 400 und 2.000 Euro. Dazu kommen die Ausgaben für die Installation. Wie hoch diese sind, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Damit eine Wallbox mit 11 oder 22 kW laden kann, benötigt sie einen Drehstromanschluss (Dreiphasenwechselstrom, umgangssprachlich Starkstrom genannt). Besteht bereits eine solche Verbindung zwischen dem Hausanschluss (Sicherungskasten) und Ihrer Garage (z. B. für den Betrieb einer Kreissäge für das Kaminholz), rechnen Sie mit etwa 500 Euro. Muss erst ein Kabel verlegt werden, wird es teurer. Dabei gilt: Je mehr Strecke zu überwinden ist und je aufwendiger die Arbeiten ausfallen (z. B. Mauerdurchbrüche), desto höher fällt die Rechnung aus. Im Einzelfall sind bis zu 2.500 Euro oder mehr zu erwarten.

Wenn beim Ladevorgang doch einmal Überspannungsschäden am Akku oder sogar ein Brand auftreten sollten, können Sie sich mit der Gothaer Autoversicherung gegen die finanziellen Schäden absichern.

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Gibt es Fördermittel für die Installation einer Wallbox?

Eigenheimbesitzer*innen, Vermieter*innen und Mieter*innen durften sich im Herbst 2020 freuen. Damals legte der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Förderprogramm für die Anschaffung privater Wallboxen auf. So konnten E-Auto-Besitzer*innen oder Vermieter*innen von Wohnungen an den Stellplätzen einen Ladepunkt installieren und damit die Unabhängigkeit von öffentlichen Ladesäulen schaffen. 900 Euro Zuschuss erhielten die Antragssteller*innen pro Ladepunkt. Als Voraussetzung galt nur, dass die Mindestkosten für jeden förderfähigen Ladepunkt 900 Euro betragen, die Ladeleistung bei mindestens 11 kW liegt und die Energieversorgung über Erneuerbare Energien erfolgt. Dazu konnte die eigene Photovoltaikanlage genutzt oder ein Vertrag über Öko-Strom mit einem Energieversorger abgeschlossen werden.

Leider sind die Mittel für den Zuschuss 440 seit Oktober 2021 erschöpft. Noch hat die neue Bundesregierung nicht entschieden, ob das Programm fortgeführt wird (Stand 01/2022). Aktuell ist nur das Programm 441 erhältlich, das die Wallbox als Ladepunkt für Firmen- und Angestelltenfahrzeuge in Unternehmen bezuschusst.

Fördermöglichkeiten anstelle einer "KfW"-Wallbox

Doch nicht nur der Bund unterstützte mit einer geförderten "KfW"-Wallbox die Anschaffung privater Ladestellen für das eigene E-Auto. Auch die Länder, einige Kommunen sowie viele Stromanbieter halten Fördermittel bereit. So bezuschusst beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen Eigentümergemeinschaften bei den anfallenden Planungskosten für die Wallbox-Anschaffung. In Baden-Württemberg sind bis zu 2.500 Euro Zuschuss für einen Ladepunkt erhältlich. Das Programm richtet sich an private und gewerbliche Antragssteller*innen und umfasst die nicht-öffentliche und öffentliche Ladeinfrastruktur.

Auch viele Städte und Gemeinden unterstützen den Ausbau von Lademöglichkeiten für E-Autos. So fördert auch die Landeshauptstadt Düsseldorf den Einbau einer Wallbox mit einem Zuschuss.

Eine weitere Anlaufstelle für Zuschüsse zur Anschaffung einer Wallbox sind Stromanbieter. Viele Energieversorger nutzen die E-Mobilität zur Kundenbindung. Denn wer E-Auto fährt, wird in Zukunft wahrscheinlich mehr Energie abnehmen und damit ein interessanter Vertragspartner bzw. eine interessante Vertragspartnerin. Hier gilt: Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, für wenige Hundert Euro Zuschuss einen teuren Vertrag abzuschließen, sondern vergleichen Sie die verschiedenen Angebote mit und ohne Förderung in aller Ruhe.

Wallbox: Benötige ich eine Versicherung?

Einige Unternehmen bieten spezielle Versicherungen für die Wallbox an, diese sind allerdings in der Regel unnötig. Denn als fest mit dem Gebäude verbundene Einrichtung fällt die Wallbox in vielen Tarifen automatisch in die Wohngebäudeversicherung. Bei der Gothaer ist eine private Wandladestation für das E-Auto z. B. in den Tarifvarianten Plus und Premium eingeschlossen. Im Vergleich zur reinen Wallbox-Versicherung profitieren Sie hier insgesamt von einem größeren Leistungsumfang zum Schutz Ihrer Immobilie, die Mehrkosten sind vergleichbar.

Fazit

Der Staat fördert nicht nur den Kauf von E-Autos, auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur sind satte Zuschüsse verfügbar. Sofern Sie den Kauf einer Wallbox als heimische E-Tankstelle für Ihr Elektroauto planen, prüfen Sie zuerst, welche Förderungen in Ihrer Region erhältlich sind. Denn auch wenn die Bundesmittel für eine "KfW"-Wallbox aktuell aufgebraucht sind, stehen viele weitere Fördertöpfe bereit.

Fragen & Antworten zu Wallboxen

Die Installation einer Wallbox erfolgt immer an einer eigenen gesicherten Leitung zum Hausanschluss. Einphasige Modelle leisten ähnlich einer Haushaltssteckdose maximal 3,7 kW. Solche Lösungen gelten als veraltet und sind in der Regel nicht förderfähig. Die Ladezeiten sind extrem lang. Eine dreiphasige Wallbox dagegen bietet 11 oder 22 kW Ladeleistung und füllt den Energiespeicher in wenigen Stunden. So ist ein 40 kW fassender Akku mit 22 kW innerhalb von zwei Stunden wieder voll einsatzbereit, an einer einphasigen Wallbox dauert der Ladevorgang dagegen etwa elf Stunden.

Weitere Unterschiede bestehen beim Steckertyp und dem Bedienkomfort. Möchten Sie Ihre Wallbox in einer Tiefgarage oder an einem Stellplatz neben dem Haus installieren, wählen Sie ein Modell mit einer Zugangssicherung. Dann sorgt ein Schloss oder ein RFID-Chip dafür, dass nur Sie Strom abnehmen können.

Jede Wallbox mit einer Leistung von 3,7 bis 11 kW muss dem zuständigen Netzbetreiber gemeldet werden. Modelle mit höherer Leistungsfähigkeit (wie die beliebten schnellen 22-kW-Boxen) sind genehmigungspflichtig.

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