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Wie alt werden Hunde?

Betrachtet man alle Hunde in privater Haltung, liegt die durch­schnitt­liche Lebens­erwartung bei 10-13 Jahren. Durchschnitt bedeutet natürlich, dass es immer auch Hunde gibt, die schon recht jung versterben, andere dafür deutlich älter werden. Kürzlich ging die Meldung durch die Medien, dass die älteste lebende Hündin im Alter von 22 Jahren verstorben ist. Das ist natürlich eine absolute Ausnahme.

Nach wie vor kursieren Berech­nungen wie z. B., dass ein Menschen­jahr sieben Hunde­jahren entspricht. Das ist allgemein betrachtet nicht falsch, greift aber ange­sichts der indivi­duellen Unter­schiede etwas zu kurz. Grund­sätzlich wird damit aber deutlich gemacht, dass Hunde im Verhältnis schneller altern, was an der insgesamt kürzeren Lebens­spanne im Vergleich zum Menschen liegt.

Gibt es Unterschiede in der Lebens­erwartung verschie­dener Hunderassen?

Grundsätzlich gilt, dass kleine Hunde und Misch­linge generell eine höhere Lebens­erwartung haben als große oder sehr große Hunde. So kommen Lebens­alter von 15 oder mehr Jahren bei kleinen Hunde­rassen durchaus häufiger vor, während Riesen­rassen wie z. B. Doggen oder Molosser im Schnitt auf 7-9 Jahre kommen. Ein Labrador wird im Durch­schnitt 10-12 Jahre alt. Auch hier gibt es immer mal wieder Ausreißer nach oben, insgesamt gelten diese Hunde­rassen aber bereits als sehr alt, wenn Sie das 10. Lebens­jahr erreichen.

Woran merke ich, dass mein Hund älter wird?

Wer jeden Tag mit seinem vierbeini­gen Begleiter zusammen ist, nimmt Verände­rungen meist nicht so deutlich wahr. Das ist vergleichbar damit, dass man einen guten Freund jahrelang nicht sieht und beim Wieder­treffen bemerkt, wie stark er sich verändert hat, z. B. durch ergraute Haare.

Ist man regel­mäßig mit der Person zusammen, fällt einem dieses oft gar nicht auf, außer man betrachtet alte Fotos. Äußer­liche Verände­rungen und andere Verhaltens­weisen, die dem steigen­den Alter geschuldet sind, bemerkt man so bei seinem eigenen Hund oftmals nur indirekt.

Woran kann ich konkret merken, dass mein Hund in ein "gesetztes Alter" kommt?


Es gibt tatsächlich einige recht deut­liche Anzeichen, die wir uns in der Folge näher anschauen sollten: Graue und weiße Haare im vorher einfar­bigen Fell. Besonders auffällig ist dies oft bei dunklen Hunden. Auch kann das Fell weniger glänzen, stumpfer wirken.

Die Augen können sich verändern, können trüb und glanzlos wirken. Vor allem in der Mitte des Auges, also im Bereich der Linse, kann man solche Verände­rungen ganz gut wahr­nehmen.

Neben der Sehfähigkeit ist auch das Gehör im Alter oftmals einge­schränkt. Der Hund kann schwer­hörig werden. Oftmals macht sich dies bemerk­bar, weil der Hund auf bestimmte Geräusche (die z. B. hinter ihm entstehen) nicht mehr reagiert, auch Klatschen und Pfeifen oder Rufe lösen veränderte oder gar keine Reaktionen mehr aus. Vor allem sehr hohe und sehr niedrige Frequen­zen werden zunehmend schlechter wahrge­nommen. Meist bewegt sich der Hund im zunehmenden Alter langsamer und ist oft insgesamt weniger aktiv als zuvor. Auch hier spielen indivi­duelle Unter­schiede eine sehr große Rolle.

Das allgemeine Bewegungs- und Spiel­bedürfnis nimmt im Alter deutlich ab. Besonders deutlich macht sich dies vor allem bei den Hunden bemerkbar, die zeit­lebens sehr aktiv und aufge­dreht waren. Wie beim Menschen auch kann es sein, dass der Körper des Hundes weniger muskulös wirkt. Auch hier spielen reduzierte Aktivität, weniger Bewegung und ein veränderter Stoff­wechsel eine Rolle.

Im Laufe der Jahre leiden beim Hund oft die Zähne. Da die Maulhöhle im Hunde­leben viel zu tun hat, aber eben auch ein Sammelort von allerlei Bakterien ist, entstehen nicht selten Zahn­probleme, die auch das Fressen erschweren können. Einseitiges Kauen, Probleme beim Schlucken und starker Geruch aus dem Maul sind hierfür klare Anzeichen. Entzün­dungen und Schmerzen im Bereich der Zähne sind recht häufige Probleme älterer Hunde, die früher oder später behandelt werden müssen.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich solche Verände­rungen bei meinem Hund bemerke?

Nein. Altern ist, wie beim Mensch, ein ganz natür­licher Vorgang. Entschei­dend ist, Verände­rungen wahrzu­nehmen und sich den Bedürf­nissen des Hundes anzu­passen. Bei einem weniger stark ausge­prägten Bewegungs­bedürfnis ist wichtig, dennoch regel­mäßig Gassi zu gehen. Allerdings sollte die Häufigkeit und Länge der Runden an den Hund ange­passt werden.

Genauso verhält es sich mit dem Spielen und anderer Beschäfti­gung. Diese ist und bleibt auch im Alter wichtig, als Besitzer*in sollte aber darauf geachtet werden, die Signale des Hundes zu beachten und sich seinen Bedürf­nissen anzu­passen.

Äußerliche Veränderungen sind meist am unwichtigsten. Graue Haare beim Hund sollten mich als Besitzer nicht stören – dem Hund sind sie ohnehin egal.

Wichtig ist, auf Veränderungen zu achten, die Auswir­kungen auf das tägliche Leben haben, z. B. Einschrän­kungen der Seh- und Hör­fähigkeit. Wenn ich merke, dass mein Hund auf äußere Reize verzögert reagiert, sollte ich die täglichen Abläufe dahin­gehend anpassen. Das kann z. B. auch das Führen an der Leine sein, wenn ich mich mit dem Hund im öffent­lichen Raum oder nahe vielbe­fahrener Straßen bewege, auch wenn der Hund bis dahin sicher und problemlos nicht angeleint unterwegs war.

Treten Einschränkungen der Wahrnehmung schleichend und über längere Zeiträume auf, was bei älteren Tieren oft der Fall ist, kann das Tier diese in der Regel gut ausgleichen. Es kommt nicht selten vor, dass der Besitzer*in gar nicht bemerkt, dass der Hund nichts mehr oder nur noch wenig sehen kann – oft stellt sich so etwas eher zufällig heraus, z. B. bei der jährlichen Impfung beim Tierarzt.

Bei plötzlichen Veränderungen oder wenn der Hund beispielsweise von heute auf morgen sehr schreckhaft auf die Umgebung oder auf Bewegungen und Geräusche reagiert, die vorher keinerlei Reaktion ausgelöst haben, sollte näher hingeschaut werden.

Auch generelle Veränderungen wie eine stark herabgesetzte Aktivität, stark verminderter Appetit oder ein verändertes Trinkverhalten (z. B. deutlich gesteigerte Wasseraufnahme) sollten hierbei beachtet werden. All dieses kann Anzeichen einer zugrundeliegenden Erkrankung sein, die weitergehende Auswirkungen hat. So kann z. B. auch ein Diabetes zu einer Linsentrübung und dem schleichenden Verlust des Sehvermögens führen.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann Auswirkungen auf Aktivität und Appetit haben. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und Durchblutungsstörungen im Bereich von Gehirn und Innenohr können zu Koordinationsstörungen, Übelkeit und vermindertem Appetit führen.

Und natürlich steigt im zunehmenden Alter die Gefahr, dass Tumore ("Krebs") auftreten. Dies muss nicht immer ein Todesurteil sein, es gibt auch durchaus harmlose Tumore, die gut behandelt werden können oder sogar gar nicht behandelt werden müssen. Auch hier hilft ein Termin beim Tierarzt des Vertrauens zur Abklärung.

Wann sollte ich mit meinem alten Hund auf jeden Fall zum Tierarzt gehen?

Bei allen Anzeichen und anderen Veränderungen, die ich als Besitzer*in mir nicht erklären kann, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Besuch beim Tierarzt bzw. der Tierärztin. Dies gilt für ältere und alte Hunde in besonderem Maße. Beim Tierarzt bzw. der Tierärztin kann oft schon anhand eines detaillierten Vorberichts und einer gründ­lichen Allgemein­unter­suchung von Kopf bis Fuß ein mögliches Problem einge­grenzt werden.

Weiterführende Unter­suchungen wie z. B. ein umfang­reiches Blutbild helfen, Grund­erkran­kungen zu diagnos­tizieren. Findet sich eine Verände­rung, die behandelt werden kann, bessert sich damit in der Regel auch rasch das Allgemein­befinden des Hundes.

Generell empfiehlt es sich, bei alten Hunden z. B. im Rahmen der jähr­lichen Impfung, bei der der Hund ohnehin gründlich unter­sucht wird, ein Blutbild zu machen. Hinsicht­lich geeigneter Zeitab­stände zwischen sinn­vollen Unter­suchungen berät der Tierarzt/die Tier­ärztin immer gerne.

Muss ich mit meinem Hund ab einem gewissen Alter immerzu zum Tierarzt?


Alt heißt nicht automatisch krank. Es ist wie beim Menschen; manch ein Individuum ist schon als Kind ständig krank – andere Menschen bleiben bis ins hohe Alter fit und müssen auch mit über 90 nur selten zum Arzt.

Unbestritten ist aber, dass die Anfällig­keit für Erkran­kungen und gesund­heitliche Beschwer­den im Alter steigt. Beim Hund spielen hier vor allem soge­nannte degene­rative Erkran­kungen und Verände­rungen der Gelenke und des Bewegungs­apparats eine Rolle, also z. B. Arthrosen. Diese können zu Schmerzen führen und die Beweg­lichkeit und vor allem die Bewegungs­freude des Hundes einschränken.

Ebenso verändert sich im Alter der Stoff­wechsel und Energie­umsatz des Hundes. Registriert man Verände­rungen im Fress­verhalten und dem Körper­gewicht, empfiehlt sich auch hier, den Hund einmal beim Tierarzt bzw. der Tierärztin vorzu­stellen. Nicht immer muss eine schwer­wiegende Erkran­kung die Ursache sein, oftmals hilft auch schon die Umstellung von Futter und Fütterungs­regime. Dies sollte aber vorab vom Tierarzt/von der Tierärztin abge­klärt werden.

Auch andere Stoffwechselerkran­kungen wie eine Unter­funktion der Schild­drüse, Herz-Kreislauf-Erkran­kungen, Leber­probleme oder Tumore (oftmals der berühmte "Gnubbel in der Haut") treten gehäuft in der zweiten Lebens­hälfte auf. Die Möglich­keiten, diese mit geeig­neten Unter­suchungs­methoden (z. B. Röntgen, Ultra­schall, Blutbild) zu erkennen, sind bereits sehr gut und werden immer besser.

Normalerweise reicht die jährliche Unter­suchung im Rahmen der Jahres­impfung aus, um eine gute Kontrolle über den Gesund­heits­zustand des Hundes zu haben. Bei diesem Termin sollte der Hund auf jeden Fall gewogen werden, um Verände­rungen beim Körper­gewicht festzu­stellen.

Ansonsten gilt altersunabhängig: Bemerke ich bei meinem Hund Verände­rungen (z. B. in Aussehen und Verhalten), die ich mir nicht erklären kann, sollte immer ein Termin beim Tierarzt bzw. der Tierärztin vereinbart werden.

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Tabelle Lebenserwartungen der Top 10 Hunderassen

Lebenserwartung in Jahren
Labrador 10 - 12
Französiche Bulldogge 10 - 14
Golden Retriever 10 - 12
Deutscher Schäferhund 9 - 13
Border Collie 10 - 17
Chihuahua 12 - 20
Jack Russell Terrier 13 - 16
Austrailan Shepherd 13 - 15
Malteser 12 - 15
Dackel 12 - 16

Haben ältere Hunde besondere Bedürfnisse?

Meist werden ältere Hunde deutlich ruhiger, schlafen mehr und möchten weniger spielen. Dies gilt es vor allem dann zu beachten und auch zu erklären, wenn der Hund in einem Haushalt mit Kindern lebt. Hier sollte klar vermittelt werden, dass der alte Hund von heute nicht mehr der Welpe oder Junghund von vor acht oder neun Jahren ist. Wichtig ist, sich im täglichen Leben best­möglich an die Bedürf­nisse des Hundes anzu­passen und auch auf kleine Signale ange­messen zu reagieren – der Hund selbst kann ja nicht sagen, wie er es lieber hätte!

So kann aufgrund von Arthrosen in den Gelenken auch das Treppen­steigen oder das Springen in den Koffer­raum des Autos plötzlich Schwierig­keiten bereiten, obwohl es vorher jahre­lang gar kein Problem war. Hier gilt es, vermeid­bare Situationen und Bewegungen auf ein Minimum zu redu­zieren und darüber hinaus Hilfe­stellungen zu geben (z. B. eine kleine Rampe als Einstiegs­hilfe ins Auto).

Einem veränderten Energiebedarf aufgrund einer anderen Stoffwechsel­situation muss über das Futter­angebot entsprochen werden. Rasche Futter­umstel­lungen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Wenn, dann sollte man langsam und schleichend Verände­rungen vornehmen. Dies kann auch die Auftei­lung von bisher einer oder zwei großen Futter­por­tionen am Tag auf mehrere kleinere sein.

Ein sehr hilfreicher Wert für mögliche Erkran­kungen, die im Alter vermehrt auf­treten, ist die Trink­menge. Meist nimmt diese zu, in seltenen Fällen trinken Hunde weniger. Bemerke ich hier deut­liche Verände­rungen, z. B. wenn der Wassernapf zuvor nie ganz leer war und jetzt zwei­mal am Tag ausge­trunken wird, ist dies auf jeden Fall ein Grund, beim Tierarzt bzw. bei der Tierärztin die Funktions­fähigkeit wichtiger Organe wie Niere und Leber unter­suchen zu lassen. Je früher eine Erkran­kung fest­gestellt wird, umso aussichts­reicher und erfolgver­sprechender ist die Behandlung.

Fazit

Hunde werden im Durchschnitt 10-13 Jahre alt. Dabei gibt es Unterschiede zwischen kleinen und großen Hunden. Kleine Hunde und Mischlinge können auch 15 oder mehr Jahre alt werden. Große Hunde werden dagegen im Normalfall nur 7-10 Jahre alt. Wenn Sie irgendwann merken, dass Ihr Hund alt wird, weil er plötzlich schlecht sieht oder hört oder Mühe beim Treppensteigen wegen Arthrose in den Gelenken hat, dann nehmen Sie Rücksicht und passen Sie sich seinem Tempo an. Sollte er sonst irgendwie auffällig werden oder gar Schmerzen haben, dann suchen Sie bitte eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt auf. Ansonsten gönnen Sie ihm seinen wohlverdienten Ruhestand.

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