Auszubildende in der Berufsschule

Ausbildung & Versicherung

Ratgeber Auszubildende

Das erste selbstverdiente Geld auf dem Konto? Im Spätsommer beginnt das neue Ausbildungsjahr – und damit für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt – auch in Sachen Finanzen. Das Problem: Meist bleibt das Geld erstmal knapp.

Trotzdem sollten auch Azubis gegen die größten Risiken abgesichert sein. Der Gothaer Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick, woran in Sachen Ausbildungs-Versicherung und Finanzen zuerst gedacht werden sollte.

Versicherungen für Auszubildende: Die richtigen Policen für den Ausbildungsstart

Raus aus der Schule – rein in den Beruf. Oder noch besser: Hinein ins Leben. Das bedeutet mehr Selbständigkeit in persönlichen, finanziellen und rechtlichen Dingen – und gleichzeitig mehr Verantwortung für das eigene Leben und dessen Absicherung. Endlich den Schulabschluss in der Tasche haben, endlich das Leben in die eigene Hand nehmen. So schön die neue Freiheit ist: Ab sofort muss auch viel selbst bedacht werden. Der Gothaer Ratgeber gibt Orientierungshilfe.

Schutz in der Ausbildung: die wichtigsten Versicherungen für Azubis

  • Haftpflichtversicherung: Ohne geht nichts, denn bei Schäden, die man Dritten zufügt, haftet man unbegrenzt. Häufig genießen Azubis noch Schutz über die Police der Eltern. Nachfragen!
  • Berufsunfähigkeit: Wer früh startet, zahlt geringere Beiträge pro Monat. Außerdem ist die Gesundheitsprüfung in jungen Jahren meist reine Formsache.
  • Krankenversicherung: Familienversicherung ade – wenn die Ausbildung beginnt, sind Sie nicht mehr über ihre Eltern krankenversichert, sondern werden in der Regel versicherungspflichtig. Dabei können Azubis sich für eine gesetzliche Krankenversicherung ihrer Wahl entscheiden.

Privathaftpflichtversicherung: ein absolutes Muss für alle, die Freiheit leben wollen

Die private Haftpflichtversicherung ist – so sehen es alle Experten – eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt. Auch wenn sie nicht verpflichtend abzuschließen ist, gilt sie als unverzichtbares Muss im Versicherungsordner. Denn selbst verursachter Schaden kann im Extremfall Millionenkosten verursachen. Die gute Nachricht: Die Eltern sichern mit ab – sofern sie eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Dann ist unter bestimmten Voraussetzungen auch der Nachwuchs in der Ausbildung mitversichert. Eine eigene Privathaftpflichtversicherung macht also für den Auszubildenden oder Studenten keinen Sinn. Denn Schäden werden bei einer Doppelversicherung nicht doppelt bezahlt, sondern nur einmal.

Konkret: Bei der Haftpflichtversicherung ist man als Azubi zum Beispiel bei der Gothaer Versicherung bis zum vollendeten 30. Lebensjahr während seiner Ausbildungszeit mitversichert.

Junge Menschen ziehen von zu Hause aus.

Hausratversicherung für Auszubildende? Kür!

Zuhause ausziehen: Die sogenannte "Außensicherung" der Hausratversicherung der Eltern greift, sofern der Hausstand als Zweitwohnsitz angemeldet wurde. Die Versicherungssumme der Außenversicherung ist zwar begrenzt, reicht in der Regel aber für die noch wenigen Wertgegenstände in der Azubi-Wohnung locker aus.

Anders verhält es sich, wenn der Azubi sein altes Jugendzimmer bei den Eltern verlässt und sich komplett neu einrichtet. Mit eigenem Hausstand, wie es so schön heißt, benötigt er eine eigene Hausratversicherung.

Unser Tipp: Im Zweifel sollten Azubis den Versicherer der Eltern fragen.

Krankenversicherung für Azubis

Zu den wichtigsten Ausbildungs-Versicherungen gehört die Krankenversicherung . Als Teil der Sozialversicherung ist die Krankenversicherung in Deutschland Pflicht. Während der Schulzeit waren Sie in der Regel noch über die Eltern mitversichert – doch mit dem Start ins Berufsleben ändert sich das und Sie werden selbst automatisch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert.

Welcher Krankenversicherung man Als Azubi beitritt, bleibt einem selbst überlassen. Wer sich jedoch nicht selbst um die Wahl seiner Krankenversicherung kümmert, muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber einen Versicherer aussucht. Dabei kann sich ein Vergleich durchaus lohnen: Auch bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt es große Unterschiede im Leistungsspektrum – vor allem wenn es um alternative Heilmethoden, Impfungen oder Angebote geht, die die Gesundheit erhalten.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Azubis: Arbeitskraft frühzeitig absichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann schon während der Ausbildung abgeschlossen werden. Das ist auch durchaus sinnvoll – selbst wenn das Geld zu Beginn erst einmal knapp bleibt – da in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders günstig zu guten Konditionen abgeschlossen werden kann. Außerdem ist der Gesundheitszustand bei jüngeren Menschen in der Regel besser als bei älteren, so dass die erforderliche Gesundheitsprüfung oft nur eine reine Formalität ist. Steigt der Versicherungsbedarf bei Berufseintritt, kann die versicherte Rente bei guten Produkten ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden.

Private Vorsorge mit Förderung: Riestern und Vermögenswirksame Leistungen für Azubis

Ein niedriger Lohn kann von Vorteil sein, denn Azubis können "Goodies" von Staat und Chef bekommen. Fragen Sie Ihren Chef, ob er bereit ist, Ihnen möglichst schon in der Ausbildung vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. Sollte er dies nicht in der vollen Höhe von 40 Euro pro Monat tun, kann es lohnen, den Rest selbst draufzulegen. Denn, wenn Azubis dieses Geld zum Beispiel in einem Bausparvertrag anlegen, packt der Staat die Arbeitnehmersparzulage bis zu 43 Euro pro Jahr plus die Wohnungsbauprämie bis maximal 45,06 Euro im Jahr oben drauf.

Da Auszubildende gesetzlich rentenversichert sind, bekommen sie auch die staatliche Riester-Förderung. Einen Riester-Vertrag unter 25 Jahren abzuschließen lohnt gleich doppelt, denn dann erhalten Sie neben den regulären jährlichen staatlichen Zulagen zusätzlich den einmaligen Einsteigerbonus von 200 Euro.

Unfallversicherung für Azubis: Der gesetzliche Schutz reicht häufig nicht aus

Wenn junge Menschen einen Unfall mit bleibenden Folgen haben, kann das für sie zum finanziellen Fiasko werden. Denn Auszubildende haben nach Unfällen praktisch keinen oder nur sehr geringen Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung – vor allem, wenn es um lebenslange Leistungen geht.

Passiert der Unfall in der Freizeit, dürfen Sie sowieso keine Zahlungen der gesetzlichen Unfallversicherung erwarten, denn die leistet nur bei Arbeitsunfällen. Die meisten Unfälle ereignen sich jedoch zu Hause oder beim Sport. Die finanziellen Folgen lassen sich mit einer privaten Unfallversicherung für Azubis abdecken.

Geld verdienen: Brutto?

Der erste Lohn erfüllt die meisten mit Stolz – doch oft folgt auch gleich die Ernüchterung. Denn vom "Brutto" wird direkt einiges abgezogen für Sozialversicherung und Steuern. "Brutto" stammt aus dem italienischen und heißt wörtlich "hässlich", bedeutet aber auch "mit Verpackung" oder "Vor Abzug von Kosten".

Zum Bruttoarbeitslohn können auch Vermögenswirksame Leistungen, Zuzahlungen zu berufsständischen Versicherungen, Firmenwagen, Fahrgeldpauschalen oder betriebliche Altersvorsorge gehören.

Netto!

Auch "Netto" kommt aus dem Italienischen und heißt rein, aber auch "ohne Verpackung". Zur "Verpackung" des Bruttoarbeitslohnes zählen etwa Einkommens- und Kirchensteuer sowie Solidaritätszuschlag. Aber auch Sozialversicherungen wie Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Die Überweisungen für Steuern und gesetzliche Sozialversicherungen erledigt die Personalbuchhaltung Ihres Betriebes – bevor Ihr Lohn „ohne Verpackung“ netto an Sie ausgezahlt wird. Die Buchhaltung kann Ihnen sagen, in welcher Höhe Sie mit Abzügen rechnen müssen.

Fazit

Mit dem Start ins Berufsleben beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Der passende Versicherungsschutz hilft Ihnen dabei, den Kopf frei zu haben und sich mit voller Hingabe in die Arbeitswelt stürzen zu können. Da steht der großen Karriere doch nichts mehr im Wege!