Die damals noch berittene Feuerwehr rückt zum Großbrand aus.

Gut versichert

Feuer- bzw. Brandschäden

Die Gothaer, wie wir sie jetzt kennen, hat ihren Ursprung in der Feuerversicherung. Denn Feuer bzw. Brände zerstören manchmal ganze Häuserzeilen, Schiffe oder auch Zeppeline. Der finanzielle Schaden ist meist so hoch, dass einzelne Menschen oder Gruppen ihn nicht tragen können. Glücklicherweise tritt dann die Versicherung ein.

Pritzwalk

1821

Brand in Pritzwalk: Der erste Großschaden

Pritzwalk, 1. November 1821, mitten in der Nacht: Flammen schlagen hoch aus dem Dach der Scheune des Ackerbürgers Hinke in der Mauerstraße nahe dem Buchholzer Tor. Rasch greift das Feuer auf die angrenzenden Häuser über. Die Menschen der kleinen Gemeinde in Brandenburg versuchen verzweifelt, das Feuer zu löschen – aber vergeblich: 308 Wohnhäuser mit Nebengebäuden, Kirche, Rathaus, Krankenhaus und Schule brennen in dieser Nacht nieder, nur 40 Häuser bleiben unversehrt.

Der Brand von Pritzwalk ist mit 13.000 Talern der erste große Schadensfall der Feuer-Versicherungs-Bank in Gotha. Er reduziert den Überschuss der Versicherung auf nur noch 11.000 Taler, sodass die Rückvergütung im ersten Geschäftsjahr niedriger ausfällt als erwartet: Nur noch 31 Prozent der für 1821 bezahlten Versicherungsprämien kann die Feuer-Versicherungs-Bank ihren Mitgliedern auf den Beitrag für 1822 anrechnen.

Für Arnoldi persönlich hat der Brand noch ein unangenehmes Nachspiel: Obwohl er längst Bescheid weiß, verschweigt er den Schaden vor seinem "kleinmüthigen" Vorstands­kollegen, um durch solche Diskretion den guten Ruf der Bank nicht zu ruinieren. Das bringt ihm später schwere Vorwürfe ein, die er aber "mit tiefster Entrüstung zurückweist".

1842

Die große Herausforderung: Der Hamburger Brand

"Füer! Füer in de Diekstraat!", brüllt der Nachtwächter der Hamburger Deichstraße, als er am 5. Mai 1842 gegen ein Uhr nachts das Feuer im Lagerhaus Nummer 44 am Nikolaifleet entdeckt. Aber der Brand ist nicht zu stoppen. Bis zum Morgen des 8. Mai zerstören die Flammen ein Viertel der Stadt, darunter die Nikolai- und die Petrikirche und über 1.700 Gebäude. 51 Menschen kommen ums Leben, mehr als 20.000 werden obdachlos.

Betroffen sind auch 520 Mitglieder der Gothaer. Die Feuerversicherungs­bank zahlt innerhalb von drei Monaten 1.377.651 Taler an Entschädigung aus und beweist, dass der Gegenseitigkeitsverein auch einer so großen finanziellen Herausforderung gewachsen ist. Da viele Versicherte Bargeld benötigen, lässt die Versicherung 250.000 preußische Taler in Säcken von Berlin auf dem Wasserweg nach Hamburg bringen.

Um den Verlust auszugleichen, erhebt die Bank von den Versicherten einen Nachschuss in Höhe von 93 Prozent einer Jahresprämie, insgesamt rund 920.000 Taler – zum ersten und einzigen Mal in der Unternehmensgeschichte.

Hamburger Brand 1842
Bei der Landung in Lakehurst 1937 fängt das deutsche Luftschiff Hindenburg Feuer und stürzt ab.

1937

Feuer in der Luft: Die Auswirkungen des "Hindenburg"-Unglücks

Der Zeppelin LZ 129 "Hindenburg" verunglückt am 6. Mai 1937 beim Anflug auf das US-amerikanische Lakehurst/New Jersey. Gegen 18:25 Uhr Ortszeit erreicht das Luftschiff seine Position über dem Landemast, als sich die Wasserstofffüllung entzündet. In rund 30 Sekunden sinkt es brennend zu Boden. 36 Menschen sterben.

Das Unglück hat Auswirkungen bis nach Deutschland, denn die "Hindenburg" ist bei der Gothaer Kraftfahrzeug und Transport­versicherungsbank AG versichert. Die muss in ihrem Geschäftsbericht 1937 vermelden: "Das Transport-Versicherungs­geschäft ist an sich gut verlaufen. Der trotzdem ausgewiesene Verlust ist auf die Katastrophe des Zeppelin-Luftschiffes Hindenburg zurückzuführen."

Ernst Wilhelm Arnoldi

Von der Währungsunion bis zum Ehrengeschenk

Gut versichert

Ungewöhnliche Schäden
Kunstschäden
Sturm- und Hochwasserschäden

Meilensteine

1820 bis 1922/23
1923/24 bis 1945
1946 bis 1970
1980 bis 1994