Nachhaltigkeit bei Betrieb und Beschaffung: Glühbirne mit Pflanze statt Birne in Landschaft.

Nachhaltigkeit vor Ort

Betrieb & Beschaffung

Durch die Gestaltung der innerbetrieblichen Infrastruktur und Arbeitsweise nimmt die Gothaer Einfluss auf den eigenen ökologischen Fußabdruck und den ihrer Lieferanten. Dies geschieht durch die Einbeziehung sozialer und ökologischer Aspekte beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen.

Nachhaltigkeit vor Ort

Klimabilanzen aus den Jahren 2018-2022 in Tabelle aufgeführt

Basis: Der Corporate Carbon Footprint der Gothaer

Der Corporate Carbon Footprint ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung einer weiterführenden Klimaschutzstrategie. Auf der Basis dieser Analyse können Reduktionspotenziale und -hebel identifiziert, entsprechende Maßnahmen zur Reduktion entwickelt und eine ambitionierte Klimaschutzstrategie erarbeitet werden.

Die erste Bilanz basiert auf den Daten von 2018 und umfasst die Emissionen am Hauptsitz in Köln, an dem 2018 circa 3.000 Mitarbeitende tätig waren.

Für das Jahr 2020 und 2021 zeichnen sich pandemiebedingt niedrigere Emissionen ab. Zudem werden ab 2020 der Bezug von erneuerbarer Energie für Zukäufe der Kölner Hauptverwaltung sowie die Modernisierung unseres hauseigenen Blockheizkraftwerks wirksam. In den Jahren 2020 und 2021 wurde die Klimabilanz jeweils um weitere Außenstandorte des Konzerns erweitert.

Bis 2025 hat sich die Gothaer das Ziel gesetzt, 50% ihrer Emissionen des Basisjahres (2018) zu reduzieren und prüft fortlaufend die Möglichkeiten hierzu. Bis 2024 wird eine konzernweite Klimabilanz angestrebt.

Die Gothaer arbeitet bei der Erstellung der Klimabilanz mit dem Unternehmen "ClimatePartner" zusammen, welches auch bei Auswahl und Erwerb geeigneter und hochwertiger Klimaschutzprojekte unterstützt. Die unabhängige Verifizierung der CO2-Bilanz und Klimaneutralität erfolgt durch den TÜV Nord.

Entwicklung der Emissionen: Emissionen im Zeitverlauf nach Scopes.


Bei der Erstellung der Klimabilanz handelt die Gothaer nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Das GHG Protocol ist ein international anerkannter Standard für die Bilanzierung von Unternehmensemissionen. Er wurde durch das World Resources Institute (WRI) und den World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt.

Das GHG Protocol unterteilt die Emissionen in Scopes (Bereiche), nach denen die Erfassung erfolgen muss.

In Scope 1 werden alle CO2-Emissionen ausgewiesen, die direkt durch das bilanzierende Unternehmen gesteuert werden können. Hierunter fallen die Verbrennung fossiler Brennstoffe (mobil und stationär), CO2-Emissionen aus chemischen und physikalischen Prozessen sowie Kältemittelleckagen aus Klimaanlagen.

In Scope 2 werden indirekte CO2-Emissionen ausgewiesen, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe während der Produktion von Strom, Wärme, Kälte und Dampf bei externen Energieversorgern verursacht werden. Durch den Ausweis in einer separaten Kategorie wird eine Doppelzählung beim Vergleich von CO2-Emissionen unterschiedlicher Unternehmen vermieden.

Alle übrigen CO2-Emissionen, die nicht der direkten unternehmerischen Kontrolle unterliegen, werden in Scope 3 ausgewiesen. Hierunter fallen zum Beispiel CO2-Emissionen, die mit Produkten und Dienstleistungen verbunden sind, die durch das bilanzierende Unternehmen in Anspruch genommen oder verarbeitet werden. Hinzu kommen CO2-Emissionen, die mit der Nutzung verkaufter Produkte und Dienstleistungen verbunden sind, wenn dabei direkte CO2-Emissionen verursacht werden.

Die Emissionen aus Scope 1 und 2 müssen erfasst werden. Unternehmen ist die Erfassung von Scope 3 freigestellt. Die Gothaer hat sich dazu entschlossen, auch im Scope 3 wesentliche Emissionsquellen in ihrer Bilanz zu berücksichtigen und einen Aussagegehalt von mindestens 95 % der bilanzierten Daten zu schaffen.

Windkrafträder auf einem Berg.

Rechnerische Klimaneutralität durch Unterstützung von Klimaschutzprojekten

Die Gothaer arbeitet bei der Auswahl der Klimaschutzprojekte mit ClimatePartner zusammen und gleicht die entstandenen Emissionen der Hauptverwaltung durch Klimaschutzprojekte in den Bereichen der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien aus.

Rechnerische Klimaneutralität beschreibt den Prozess der Berechnung und Minderung der Emissionen sowie Kompensation solcher Emissionen, die sich nicht durch technische oder sonstige Maßnahmen vermeiden lassen. Ein Produkt oder ein Unternehmen wird somit nicht als frei von CO2 dargestellt, stattdessen werden die anfallenden Emissionen durch die Unterstützung unterschiedlicher Klimaschutzprojekte kompensiert. Es handelt sich in diesem Sinne um rechnerische Klimaneutralität auf Organisationsebene.

Der Mechanismus des CO₂-Ausgleichs gründet auf der Tatsache, dass sich Treibhausgase gleichmäßig in der Atmosphäre verteilen und die Treibhausgaskonzentration somit überall auf der Erde in etwa gleich ist. Deshalb ist es für die globale Treibhausgaskonzentration und den Treibhauseffekt unerheblich, an welchem Ort auf der Erde Emissionen verursacht oder vermieden werden. Emissionen, die lokal nicht vermieden werden können, können daher durch Klimaschutzmaßnahmen an einem anderen Ort rechnerisch ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich erfolgt durch Klimaschutzprojekte.

Darüber hinaus zahlen Klimaschutzprojekte auf eine nachhaltige Entwicklung in den Projektländern ein und leisten einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, indem sie beispielsweise Biodiversität schützen oder zur Bildung der lokalen Bevölkerung beitragen.

Unter dem nachfolgenden QR-Code oder über ClimatePartner können Informationen über die Höhe des Ausgleichs, sowie über die Klimaschutzprojekte im Detail eingesehen werden.

Klimaneutralität durch Unterstützung von Klimaschutzprojekten.

Klimaschutzprojekte der Gothaer

Windräder stehen in Indien

Erneuerbare Energie, Jobs und Sicherheitstraining für Menschen in Zentral-Indien

Die Gothaer unterstützt seit 2022 ein Projekt zur Errichtung eines Windparks in Kurnol, Indien.

  • Verifiziert von Applus+ LGAI Technological Center, S.A
  • Projektstandard: Gold Standard VER (GS VER)

Im Rahmen dieses Klimaschutzprojekts wurde im Bundesstaat Andhra Pradesh in Zentral-Indien ein Windpark errichtet. In den Distrikten Kurnool und Anantapur erzeugen 63 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 50,4 Megawatt erneuerbare Energie aus der Kraft des Windes. Auf diese Weise erzeugt das Projekt jährlich etwa 98.367 MWh, die in das regionale Stromnetz in Indien eingespeist werden.

Da das indische Stromnetz immer noch von der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen dominiert wird, reduziert dieser Anteil an erneuerbarer Energie CO2-Emissionen, indem er einen Teil der fossilen Energie im Netz ersetzt. Darüber hinaus schafft das Projekt Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung, einschließlich Sicherheitsschulungen, und trägt somit zu einer nachhaltigen Entwicklung in Indien bei.

Wie funktioniert Klimaschutz mit Windenergie?

Windkraftanlagen nutzen – wie der Name sagt – die Kraft des Windes, um Energie zu generieren. Dabei wandelt ein Generator im inneren der Windkraftanlage kinetische Energie in elektrische Energie um. Da in vielen Gebieten weltweit Energie immer noch hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird, kann saubere Windenergie einen Teil dieser fossilen, emissionsintensiven Energie ersetzen und nachweislich CO2-Emissionen einsparen.

In den meisten Fällen wird der nachhaltig generierte Strom der Windkraftprojekte in ein regionales Stromnetz eingespeist, wodurch die Energieversorgung diverser wird und die die Energiesicherheit in Regionen, die oft von Stromknappheit und Stromausfällen betroffen sind, verbessert wird. Häufig schaffen die Projekte verschiedene Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung und die Flächen können zusätzlich für weitere Aktivitäten, wie Landwirtschaft, genutzt werden. Windkraftprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur sauberen Energieversorgung weltweit und tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei.

Beitrag des Klimaschutzprojektes "Erneuerbare Energie, Jobs und Sicherheitstraining für Menschen in Zentral-Indien" zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung.