Nachhaltigkeit im Kerngeschäft

Kapitalanlage

Als Versicherungsverein auf Gegen­seitig­keit ist die Kapitalanlage der Gothaer seit jeher auf ökonomische Nachhaltigkeit ausgelegt, um den Leistungs­versprechen gegenüber unseren Versicherungskunden nachkommen zu können. Seit 2018 berücksichtigt der Konzern zudem ESG-Kriterien in der Kapitalanlage. Die Gothaer Asset Management AG (GoAM) ist für die Kapitalanlage des Gothaer-Konzerns verantwortlich.

Nachhaltige Kapitalanlage

Mitgliedschaft bei UN-PRI

Die Gothaer ist im Mai 2020 den UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI) beigetreten. Damit unter­streicht der Konzern die Be­deutung der verantwortlichen Kapitalanlage. UN-PRI ist eine inter­nationale Investoren­ini­tia­tive in Partnerschaft mit der UNEP Finance Initiative und dem UN Global Compact. Sie wird von den Vereinten Nationen unterstützt.

Die Unterzeichner der UN-PRI ver­pflichten sich zur Umsetzung der folgenden sechs Prinzipien:

  • Wir werden ESG-Kriterien in Investmentanalyse- und Ent­scheidungsfindungsprozesse einbeziehen. (ESG: Environment, Social, Governance; deutsch: Ökologie, Soziales und Staats-/Unternehmensführung)
  • Wir werden aktive Anteilseigner sein und ESG-Themen in unsere Investitionspolitik und -praxis integrieren.
Nachhaltigkeit bei Produkten: Windkraft- und Solaranlage

Erneuerbare Energien

Seit der Energiewende 2011 legt der Konzern in der Kapitalanlage einen Themenschwerpunkt auf den Bereich Erneuerbare Energien, um einen aktiven Beitrag zur Verwirklichung der Klima­schutzziele zu leisten. Unter den Versicherern ist die Gothaer heute mit mehr als einer Milliarde Euro relativ zum gesamten Kapitalanlagebestand einer der größten Investoren in diesem Segment. Die Investments befinden sich hauptsächlich in Europa.

Im Windenergiesektor hat sich die Gothaer beispielsweise mit 40 Prozent am Eigenkapital am Nearshore Windpark "Nordergründe" beteiligt. Seit Dezember 2017 ist das Projekt in Betrieb und soll mit einer Leistung von 111 Megawatt knapp 100.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Insgesamt bieten die Investitionen in Erneuerbare Energien nicht nur gute alternative Anlageformen in der Niedrig­zinsphase, sondern bieten einen wesentlichen Mehrwert in Sachen Energiewende. Mit den kürzlich erfolgten Aufstockungen bei den Kapitalzusagen in Höhe von rund 200 Mio. Euro wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Kapitalanlageportfolio weiter vorangetrieben.

ESG-Konzept für Unternehmens­an­leihen und Aktien

Bereits 2018 wurde ein umfassendes ESG-Konzept erarbeitet, das der Gothaer Konzern seit 2019 umsetzt. Das Nachhaltigkeitskonzept beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz, der sich auf Umwelt, Soziales und Staats-/­Unter­nehmensführung gleicher­maßen konzentriert und Risiken in der Kapitalanlage reduzieren soll.

Von den Ausschlusskriterien betroffene Altbestände werden in einer Übergangs­frist von drei Jahren sukzessive abgebaut. Die Einhaltung der Aus­schluss­kriterien wird in den Spezial­fonds durch die Kapital­ver­waltungs­gesellschaft (KVG) und im Direktbestand durch das Middle & Back Office der Gothaer Asset Management AG sichergestellt.

Per 31.12.2019 sind bereits 97,5 Prozent der Unternehmensinvestments in Höhe von 5.660 Millionen Euro (Anleihen und Aktien) konform mit den festgelegten Ausschlusskriterien. 2019 wurde zudem ein Nachhaltigkeits­konzept für Staaten entwickelt, das ab 2020 eingeführt wird.

ESG-Konzept für Staaten

Während Unternehmen einen konkreten Geschäfts­zweck verfolgen, ist staatliches Handeln wesentlich viel­fältiger und kann stark variieren. Aus diesem Grund sieht das Konzept keine kategorischen Ausschlüsse auf Ebene von Einzelkriterien vor. Stattdessen wurde ein Gothaer ESG Staaten Index ent­wickelt, in dessen Berechnung die wichtigsten Nach­haltigkeits­kriterien einfließen. Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes wurden die drei Nach­haltigkeits­bereiche Umwelt, Soziales und Staats-/­Unter­nehmens­führung nahezu gleich­gewichtet. Das Ranking innerhalb des Gothaer ESG Staaten Indexes lässt eine Aussage über die Nachhaltigkeit der einzelnen Staaten zu und wird in ein Notensystem überführt.

  • Staaten mit guten Noten sind ohne Einschränkungen für Investments zugelassen.
  • Staaten mit einer schlechten Note bedürfen einer tiefergehenden Nachhaltigkeitsanalyse und einer schriftlichen Begründung des Portfoliomanagements.
  • Staaten mit einer sehr schlechten Note sind für Investments nicht zugelassen.