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Schnelle Hilfe im Schadensfall


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Privat krankenversichern

Häufig gestellte Fragen zur privaten Krankenversicherung

Wie werden meine Beiträge in der PKV berechnet?

In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Beiträge nach dem Kapitaldeckungsverfahren kalkuliert. Das bedeutet, dass die einzelnen Altersgruppen ihre Aufwendungen selber finanzieren. Die Kosten und Ausgaben des einzelnen Vertrages werden durch die Einnahmen (Beiträge) dieses Vertrages finanziert. So richtet sich die Prämie ausschließlich nach dem individuellen Versicherungsrisiko (Eintrittsalter und Gesundheit) und den gewählten Leistungen.

Die Bevölkerungsentwicklung muss hierbei nicht berücksichtigt werden, denn das Altern (die kalkulierte Lebenserwartung) und die damit verbundene Inanspruchnahme der versicherten Leistungen werden direkt in den Beitrag einkalkuliert. Damit ist sichergestellt, dass die Beiträge nicht durch das Älterwerden ansteigen.

Eine Ausnahme hiervon stellt der Basistarif dar, den alle privaten Krankenversicherer seit dem 01.01.2009 anbieten müssen.

Wie funktioniert dies?

In jungen Jahren benötigt ein Versicherter weniger Leistungen als im Alter. Damit die Gothaer ihren Versicherten einen stets gleichbleibenden Beitrag garantieren kann, wird das sogenannte "kalkulatorische Mittel" gebildet. Dieses stellt den Beitrag dar, der die Ausgaben in jungen Jahren wie auch im Alter gleichermaßen deckt. So liegt der Beitrag in den ersten "jungen" Vertragsjahren über dem Betrag, der zum Ausgleich der versicherten Leistungen (Risikodeckung) notwendig wäre. Diesen Mehrbeitrag - also den "Sparanteil" - legt die Gothaer in der Alterungsrückstellung verzinslich an. Im Alter werden die steigenden Leistungsausgaben durch das zurückgelegte Kapital finanziert.

Grafik Krankenversicherung: Prinzip der gleichbleibenden Prämie


Alle Versicherten, die seit Januar 2009 eine PKV abgeschlossen haben, können bei späterem Wechsel des Versicherers einen Teil Ihrer Alterungsrückstellung auf den neuen Versicherer übertragen. Um dies zu ermöglichen, wird seit dem 1. Januar 2009 in alle Neuverträge ein sogenannter Übertragungswert eingerechnet.

Wie kommt es zu Beitragsanpassungen?

Alle privaten Krankenversicherer sind verpflichtet, einem unabhängigen Treuhänder jährlich nachzuweisen, dass die Beiträge noch angemessen sind. Angemessen bedeutet, dass die Höhe der Beiträge ausreichen muss, um die vertraglich zugesagten Versicherungsleistungen dauerhaft erfüllen zu können. Weichen die erforderlichen Versicherungsleistungen von den im Voraus kalkulierten Versicherungsleistungen erheblich ab, so muss ab einem bestimmten Ausmaß der Abweichung eine Beitragsanpassung (BAP) vorgenommen werden.

Eine Beitragsanpassung ist also notwendig, um das Gleichgewicht zwischen den zukünftigen zu erwartenden Leistungen und den Beitragszahlungen zu erhalten.

Anpassungen werden zum Beispiel ausgelöst durch:

  • Stetig steigende Gesundheitskosten
    Stetig steigende Gesundheitskosten als Folge der speziellen Preisveränderungen im Gesundheitswesen (zum Beispiel Arzneimittelverteuerung), der höheren und häufigeren Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen sowie des medizinischen Fortschritts (zum Beispiel neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, Transplantationen usw.).
  • Medizinische Inflation
    Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, die sogenannte medizinische Inflation, die sogar noch über der Teuerungsrate der allgemeinen Lebenshaltungskosten liegt, und steigende Leistungsausgaben durch häufigere Arztbesuche führen dazu, dass es zu Abweichungen zwischen den kalkulierten und den tatsächlichen Ausgaben kommt.
  • Steigende Lebenserwartung in Deutschland
    Die steigende Lebenserwartung führt insofern zu einer Anpassung der Beiträge, da die Versicherungsleistungen kalkulatorisch für einen längeren Zeitraum erbracht werden müssen, wobei gerade im hohen Lebensalter hohe Versicherungsleistungen anfallen.
  • Auswirkungen von Gesetzesänderungen

Was bedeuten Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist die Grenze, bis zu der der Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung bemessen wird. Sie dient der Feststellung des Höchstbeitrages in der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung. Der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung spielt auch in der privaten Krankenversicherung eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der Berechnung des Beitrages zum Standardtarif. Bei einem Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wird grundsätzlich nur der Beitrag erhoben, der sich aus der gültigen Beitragsbemessungsgrenze ergibt.

Jahresarbeitsentgeltgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) ist die Bemessungsgrundlage für die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung und wird daher auch Versicherungspflichtgrenze genannt. Liegt das Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, besteht die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Die Krankenversicherungspflicht endet jedoch nicht mit dem Zeitpunkt des Überschreitens. Voraussetzung für den Wechsel freiwillig gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer zur privaten Krankenversicherung ist, dass deren Arbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze auch im nächsten Kalenderjahr übersteigen wird. Wer unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, kann sich privat zusatzversichern.

Darüber hinaus dient die Jahresarbeitsentgeltgrenze zur Feststellung der Höhe des maximalen Krankentagegeldes. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 75 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung.

Zur Jahresarbeitsentgeltgrenze zählen alle regelmäßigen Einkünfte wie:

  • Lohn / Gehalt
  • regelmäßige Sonderzahlungen (z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld)
  • Bezüge für Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft (vertraglich geregelt)
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Überstundenpauschalen
  • Sachbezüge (z. B. Dienstwagen, Dienstwohnung)
  • Zweitbeschäftigung (wenn versicherungspflichtig)
  • Tantiemen

Wie hoch ist mein Arbeitgeberzuschuss, wenn ich in der PKV versichert bin?

Um als privat Krankenversicherter einen Arbeitgeberzuschuss zu erhalten, muss das gewählte private Krankenversicherungsunternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es muss sich um eine "substitutive", also eine die gesetzliche Krankenversicherung ersetzende Krankenversicherung handeln; d.h. die private Krankenversicherung muss Leistungen enthalten, die in ihrer Art den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Eine Absicherung des gesamten Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht erforderlich.
  • Die Krankenversicherung muss nach Art der Lebensversicherung betrieben werden.
    - Sie muss einen Basistarif im Sinne des § 12 Abs. 1a des Versicherungsaufsichtsgesetzes anbieten.
    - Das Versicherungsunternehmen verpflichtet sich, die in § 257 Abs. 2a des SGB V in der bis zum 31.12.2008 geltenden Fassung die in Bezug auf den Standardtarif genannten Pflichten einzuhalten - soweit es über versicherte Personen im brancheneinheitlichen Standardtarif im Sinne der genannten Vorschrift verfügt.
  • Der überwiegende Teil der Überschüsse muss zugunsten der Versicherten verwendet werden.
  • Das Unternehmen muss vertraglich auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten.
  • Die Krankenversicherung muss separat von anderen Sparten betrieben werden.

Die Tarife der Gothaer Krankenversicherung erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen

Die Gothaer Krankenversicherung AG erfüllt diese Voraussetzungen, so dass für unsere Tarife ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss besteht. Der Arbeitgeberzuschuss wird gewährt für: Krankheitskostenversicherung, Kranken(haus)tagegeld, in Kombination zur Vollversicherung abgeschlossene Ergänzungsversicherungen, Pflegeversicherung und Tarife zur Beitragsentlastung im Alter.

Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses

Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses beträgt für privat Krankenversicherte die Hälfte des durchschnittlichen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung, höchstens jedoch die Hälfte des tatsächlichen Beitrages. Eventuelle Beitragsrückerstattungen für nicht in Anspruch genommene Leistungen werden nicht auf den Arbeitgeberzuschuss angerechnet. Sie kommen allein dem Versicherten zugute. Als Rechnungsgrundlage dient die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze und der durchschnittliche Beitragssatz des Vorjahres.

Der Selbstbehalt

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, sich an einem Selbstbehalt (SB) zu beteiligen. So kann ein vermeintlich teurer Vertrag ohne Selbstbehalt nach Umlage des Selbstbehalt auf den Tarifbeitrag insgesamt günstiger sein. Grund: Schließt der Versicherte einen Vertrag mit Selbstbehalt ab, so verringert sich der Beitrag - auch für den Arbeitgeber. Werden Leistungen aus dem Vertrag in Anspruch genommen, so muss der Versicherte die Kosten bis zum vereinbarten Selbstbehalt jedoch allein tragen.

Habe ich in der PKV Anspruch auf Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall?

In der privaten Krankenversicherung besteht im Rahmen der Vollkostenversicherung nicht automatisch Versicherungsschutz für Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall. Daher ist der Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung sinnvoll. Diese empfiehlt sich auch bei gesetzlich Krankenversicherten, die einen Anspruch auf Krankengeld haben. Bitte vergleichen Sie hier auch den Anspruch auf Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall, wenn Sie sich gesetzlich krankenversichern.

Die Vorteile einer privaten Krankentagegeldversicherung sind:

  • das Tagegeld ist bis zum Nettoverdienst frei wählbar
  • der Versicherungsbeginn liegt bei Angestellten nach Ende der Lohn- oder Gehaltsfortzahlung
  • der Versicherungsbeginn ist bei Selbständigen ab dem achten Tag der Arbeitsunfähigkeit möglich
  • die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen bei der Steuererklärung absetzbar
  • Arbeitgeberzuschuss für ein Krankentagegeld in Verbindung mit einer privaten Vollversicherung
  • keine zeitliche Begrenzung

Wie erfolgt die Erstattung? Muss ich Vorkasse leisten?

Geht ein privat Krankenversicherter zum Arzt, so besteht der Behandlungsvertrag zwischen dem Arzt und dem Versicherten. Dies bedeutet, dass der Arzt auch dem Versicherten selbst die Rechnung stellt. Nun kann der Versicherte sich entscheiden. Er kann

  • die Rechnung bezahlen und sie anschließend seinem Versicherer einreichen
  • die Rechnung unbezahlt an den Versicherer senden und nach dessen Zahlung an den Arzt bezahlen
  • die Rechnung unbezahlt an den Versicherer senden und diesen direkt an den Arzt auszahlen lassen

Bei einer stationären Behandlung erfolgt die Abrechnung der Unterbringungskosten in aller Regel zwischen dem Versicherer und dem Krankenhaus. Hierzu muss lediglich die Versichertenkarte im Krankenhaus vorgelegt werden.

Was ist eine Beitragsrückerstattung und wann bekomme ich sie?

Am Ende eines Versicherungsjahres legt das Versicherungsunternehmen anhand der versicherungstechnischen Ergebnisquote (die sich aus der Bilanz ergibt) fest, in welchen Tarifen eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (BRE) angeboten werden kann und in welchen Tarifen dies nicht möglich ist. Kommt eine BRE zustande, so erhält der privat Krankenversicherte je nach Tarif einen Teil der gezahlten Beiträge zurück. Diese Rückerstattung wird nicht auf den Arbeitgeberzuschuss angerechnet, der Versicherte erhält sie also komplett zurück. Voraussetzungen für eine BRE sind, dass

  • der Versicherte im betroffenen Tarif für das betroffene Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen hat
  • der jeweilige Vertrag mindestens für das ganze Jahr ununterbrochen ohne Beitragsrückstand bestanden hat und mindestens bis zum 30.06. des Folgejahres fortbesteht und für den Vertrag keine Ruhensvereinbarung vorlag

Darüber hinaus wird den Versicherten in einigen Tarifen auch eine garantierte Beitragsrückerstattung (BRE) benannt. Bitte vergleichen Sie hierzu unsere Versicherungstarife Private Krankenversicherung. Diese Form der Beitragsrückerstattung wird nicht jedes Jahr neu beschlossen, sondern wird dem Versicherten, insofern er die oben genannten Voraussetzungen während der Vertragslaufzeit erfüllt, bereits bei Vertragsabschluss garantiert. Der Versicherte weiß also vorab, womit er bei Leistungsfreiheit rechnen kann.

Kann ich wieder versicherungspflichtig werden? Kann ich mich dann befreien lassen?

Mehrere Faktoren können dazu führen, dass bei einem privat Krankenversicherten eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung eintritt. Grund hierfür ist häufig die Kürzung bzw. der Wegfall des Arbeitsentgeltes oder der Anstieg der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Wenn der Versicherte privat krankenversichert bleiben möchte, ist dies in folgenden Fällen möglich:

  • Einkommen sinkt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze
  • Teilzeitbeschäftigung
  • Arbeitslosigkeit
  • Studenten, Praktikanten, Auszubildende des Zweiten Bildungsweges
  • Rehabilitanden
  • Behinderte Menschen

Einkommen sinkt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jährlich zu Jahresbeginn festgesetzt. Dadurch kann es passieren, dass ein Arbeitnehmer wieder krankenversicherungspflichtig wird. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist möglich und der Versicherte kann weiter privat krankenversichert bleiben.

Teilzeitbeschäftigung

Wenn die Arbeitszeit auf die Hälfte oder weniger als die Hälfte der regelmäßigen Wochenarbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebes herabsetzt wird, kann das Einkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze sinken. In diesem Fall ist eine Befreiung möglich.

Wer versicherungspflichtig wird, weil er seine Arbeitszeit auf die Hälfte oder weniger als die Hälfte der regelmäßigen Wochenarbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebes herabgesetzt hat und sein Einkommen deshalb unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze sinkt, kann sich befreien lassen. Das gilt auch für Beschäftigte, die im Anschluss an ihr bisheriges Beschäftigungsverhältnis bei einem anderen Arbeitgeber ein entsprechendes Teilzeitarbeitsverhältnis aufnehmen.

Voraussetzung ist, dass der Beschäftigte seit mindestens fünf Jahren wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei war. Der Anspruch auf Arbeitgeber-Zuschuss für die Krankenversicherung bleibt bestehen.

Arbeitslosigkeit

Bezieher von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Unterhaltsgeld werden versicherungspflichtig. Wer bereits fünf Jahre vor Beginn des Bezuges von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Unterhaltsgeld privat versichert war, kann sich innerhalb von drei Monaten befreien lassen.

Studenten, Praktikanten, Auszubildende des Zweiten Bildungsweges

Versicherungspflichtig wird, wer sich als Student an einer staatlichen oder staatlich anerkannten, in Deutschland ansässigen Hochschule einschreibt. Man kann sich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Versicherungspflicht beginnt mit dem Einschreiben im ersten Semester, dem Ausscheiden aus einer anderen weiteren Versicherungspflicht oder aus der Familienversicherung. Für die Befreiung ist kein Nachweis einer privaten Krankenversicherung erforderlich. Ein fehlender Nachweis hat keinen Einfluss auf die Einschreibung beziehungsweise Annahme der Rückmeldung, Ausnahme: Saarland.

Der Gesetzgeber hat die Versicherungspflicht auf eine Höchstdauer der Fachstudienzeit und auf ein Höchstalter begrenzt. In der Regel ist dies das 14. Fachsemester, spätestens jedoch die Vollendung des 30. Lebensjahres. Darüber hinaus bleibt der Student nur dann versicherungspflichtig, wenn die Art der Ausbildung, familiäre oder persönliche Gründe, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Studienzeit rechtfertigen. BAföG-Empfänger erhalten bei Nachweis vom Amt für Ausbildungsförderung einen Zuschuss zur Krankenversicherung.

Personen, die eine berufspraktische Tätigkeit ausüben, die in einer Studien- oder Prüfungsverordnung vorgeschrieben ist, Personen, die zu ihrer Berufsausbildung ohne Arbeitsentgelt beschäftigt werden und Auszubildende des Zweiten Bildungsweges, die sich in einem nach dem BAföG förderungsfähigen Teil eines Ausbildungsabschnittes befinden, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Hier gilt die gleiche Antragsfrist wie für Studenten.

Nicht krankenversicherungspflichtig sind Teilnehmer an studienvorbereitenden Sprachkursen oder Studienkollegs, da sie noch kein Fachsemester absolviert haben und deshalb nicht als Studenten gelten (im Sinne der Sozialversicherung). Das gilt auch dann nicht, wenn für die Teilnahme an diesen Kursen eine Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule erforderlich ist.

Rehabilitanden

Krankenversicherungspflichtig ist, wer Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhält, soweit diese nicht nach den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes erbracht werden. Diese Maßnahmen werden entweder von der Bundesanstalt für Arbeit oder vom Träger der Rentenversicherung durchgeführt. Eine Befreiung für die Dauer der Maßnahme ist möglich. Sie setzt voraus, dass erst durch die Teilhabe am Arbeitsleben Versicherungspflicht eintritt. Bezieher von Übergangsgeld aufgrund der Teilnahme an den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die von der Versicherungspflicht befreit sind, erhalten vom zuständigen Leistungsträger einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag.

Behinderte Menschen

Behinderte Menschen, die in nach dem Schwerbehindertengesetz anerkannten Werkstätten oder in nach dem Blindenwarenvertriebsgesetz anerkannten Blindenwerkstätten oder für diese Einrichtung in Heimarbeit tätig sind, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Das gleiche gilt für behinderte Menschen, die in Heimen, Anstalten oder vergleichbaren Einrichtungen eine Leistung erbringen, die einem Fünftel der Leistung eines voll erwerbsfähigen Beschäftigten entspricht. Es gibt keinen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag.

Achtung:

Die Befreiung ist unwiderruflich und zwar solange der die Versicherungspflicht auslösende Grund, der dem Befreiungsantrag zugrunde liegt, noch andauert.

Der Befreiungsantrag muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht gestellt werden. Wenn keine Leistungen mehr in Anspruch genommen wurden, wirkt die Befreiung von Beginn der Leistungspflicht an, ansonsten mit dem Monat, der auf die Antragsstellung folgt.

Für die Befreiung ist diejenige gesetzliche Krankenkasse zuständig, die die Krankenversicherungspflicht durchführen würde - also entweder die Kasse, wo der Versicherte zur Zeit versichert ist oder die, bei der der Versicherte zuletzt versichert war. Bestand auch früher keine Versicherungspflicht, dann kann jede wählbare Krankenkasse die Befreiung durchführen.

Sonderregelung ab dem 55. Lebensjahr

Krankenversicherungspflicht entsteht nicht, wenn die Personen das 55. Lebensjahr vollendet haben. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Rückkehr in die gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr möglich.

Die private Pflegeversicherung

Die private Pflegepflichtversicherung (PPV) ist - wie der Name schon sagt - eine Pflichtversicherung in der privaten Krankenversicherung.

Jeder, der in der privaten Krankenversicherung allgemeine Krankenhausleistungen abgesichert hat, ist gesetzlich verpflichtet, auch eine Pflegepflichtversicherung abzuschließen. Die Versicherungspflicht in der privaten Pflegepflichtversicherung besteht darüber hinaus auch für:

  • Beamte und Personen, die nach beamtenrechtlichen Vorschriften Anspruch auf Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit haben und nicht in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) versichert sind
  • Berechtigte in der freien Heilfürsorge, die nicht in der sozialen Pflegeversicherung versichert sind. Der Abschluss einer privaten Krankheitskostenvollversicherung ist nicht erforderlich, es ist jedoch eine beihilfekonforme Versicherung abzuschließen.
  • Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die sich von der Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung haben befreien lassen

Was beinhaltet die private Pflegepflichtversicherung?

Die Pflegeversicherung hat die Aufgabe, Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten, die wegen der Schwere der Pflegebedürftigkeit auf Unterstützung angewiesen sind.

Die Leistungen sind in vier Stufen gegliedert:

  • Pflegestufe 0 (Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz): Voraussetzung sind demenzbedingte Fähigkeitsstörungen, geistige Behinderungen oder psychische Erkrankungen, bei denen als Folge der Krankheit oder Behinderung Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt werden, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz führen.
  • Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige): Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.
  • Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige): Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.
  • Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige): Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Die Leistungen sind Dienst-, Sach- und Geldleistungen für Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung sowie Kostenerstattung, soweit es das Sozialgesetzbuch XI vorsieht. Art und Umfang der Leistungen richten sich nach der ärztlich festgestellten Pflegestufe und danach, ob häusliche, teilstationäre oder vollstationäre Pflege in Anspruch genommen wird.

Außerhalb der privaten Krankenversicherung besteht die Möglichkeit für umfassenden Schutz eine private Pflegeversicherung abzuschließen.

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