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Schnelle Hilfe im Schadensfall


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Wladimir Kaminer "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang"

Geschichten für die Zukunft

Sein Roman "Russendisko" hat ihn berühmt gemacht. Jetzt ist das neueste Werk des Gothaer Kunden Wladimir Kaminer erschienen. Der Titel: "Onkel Wanja kommt". Im Interview spricht der Autor über Lebensjahre, die wie Pistolenkugeln an einem vorbeischießen, die Autobiografie von Tarzans Filmaffen und eine neue Liebe – die Katzen in seinem Garten.

Bild: Wladimir Kaminer

Mit den Büchern die Gegenwart verstehen: Wladimir Kaminer denkt am liebsten über das Zusammenspiel der Dinge im Leben nach.

Zur Person

Bild: Wladimir Kaminer

Wladimir Kaminer, 45, ist einer der renommiertesten Schriftsteller Deutschlands. Seine Erzählbände "Militärmusik" und "Russendisko" machten ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt. Geboren in Moskau, kam Kaminer 1990 nach Berlin. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau Olga und seinen beiden Kindern im Stadtteil Prenzlauer Berg. Bei seinen Veranstaltungen tritt er nicht nur als Autor, sondern auch als DJ auf.

Gothaer Magazin (GM): Herr Kaminer, Sie haben in den vergangenen zwölf Jahren fast 20 Bücher geschrieben. Sind Sie immer so fleißig?

Wladimir Kaminer:Ich bin von Natur aus ein fauler Mensch. Aber mir macht meine Tätigkeit als Schriftsteller sehr viel Spaß. Für mich ist das nicht nur ein Job, sondern ein selbst erteilter Auftrag. Ich möchte in meinen Büchern den Augenblick festhalten – auch wenn das Schreiben als solches harte Arbeit ist.

GM: Haben Sie das Gefühl, das Leben ist zu schnell geworden?

Wladimir Kaminer:Ich finde es faszinierend, wie die Zeit vergeht. Ich bin jetzt 45 Jahre alt. Noch nie habe ich die Zeit so schnell erlebt wie jetzt. Als Kind habe ich mich oft gelangweilt, da schien das Leben unendlich zu sein. Heute schießen die Jahre wie Pistolenkugeln an mir vorbei.

GM: Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie bisher erreicht haben?

Wladimir Kaminer:Nein. Ich bin einer, der immer unzufrieden ist. Glück ist mir eigentlich fremd. Ich glaube, diese kritische Haltung zu sich selbst und der Welt gehört zum Alltag eines jeden Menschen.

GM: Sie würden sich also nicht als glücklichen Menschen bezeichnen?

Wladimir Kaminer:Nein, würde ich nicht. Aber als jemanden mit einer spannenden Lebensaufgabe.

GM: Gibt es eine Entscheidung in Ihrem Leben, die Sie gerne rückgängig machen würden?

Wladimir Kaminer:Darüber denke ich nicht nach. Das Leben hat keinen Rückwärtsgang. Ich denke generell nicht viel über meine eigene Person nach, sondern über das Zusammenspiel aller Dinge. Ich glaube, das ist das Schicksal jedes Schreibers, der am Puls der Zeit bleiben will – da muss man sich manchmal selbst aufgeben.

GM: Treffen Sie Entscheidungen eher aus dem Kopf oder aus dem Bauch heraus?

Wladimir Kaminer:Ich hoffe doch aus dem Kopf. Ich bin überhaupt ein Kopfmensch. Das mit dem Bauch ist doch eher ein Benehmen von Kindern.

Bild: Wladimir Kaminer

Vor 22 Jahren von Moskau nach Berlin ausgewandert: Wladimir Kaminer sieht sich selbst als Menschen "mit einer spannenden Lebensaufgabe".

GM: Sehen Sie überall potenzielle Geschichten, wenn Sie durch die Straßen gehen?

Wladimir Kaminer:Ich sehe überall potenzielle Geheimnisse. Mit meinen Büchern versuche ich, die Gegenwart zu verstehen. Manchmal entstehen dadurch sehr lustige Geschichten, dann merke ich, die Leute lachen sich schlapp.

GM: Sind die Geschehnisse, über die Sie schreiben, alle authentisch?

Wladimir Kaminer:Bisher habe ich mir noch nichts ausdenken müssen.

GM: Muss denn jeder, der mit Ihnen zu tun hat, Angst haben, in einem Ihrer Bücher verarbeitet zu werden?

Wladimir Kaminer:Wieso Angst? Hoffnung wohl eher. Die meisten Menschen freuen sich darüber.

GM: Über Ihr aktuelles Buch "Onkel Wanja kommt" sagten Sie, es wäre das, was "Ulysses" für James Joyce war. Könnten Sie das genauer erklären?

Wladimir Kaminer:Der Spaziergang mit meinem Onkel durch Berlin, den ich darin mache, stellt die Geschichte des gesamten Jahrhunderts dar, zusammengepresst in vier Stunden. Das war der Grund für den Vergleich mit "Ulysses". Für den einen oder anderen mag es zu anspruchsvoll sein, aber dieses Buch ist an den Leser der Zukunft gerichtet.

GM: Wie meinen Sie das?

Wladimir Kaminer:Der Leser der Zukunft wird Mühe haben, sich in seiner aktuellen Gegenwart zu orientieren. Das liegt daran, dass unsere Geschichte so unglaublich durcheinander ist. Zum Beispiel die Geschichte meiner Heimat. Die wurde so oft umgeschrieben, dass die Russen zwischendurch selbst nicht mehr wussten, in welcher Zeit sie leben und warum. Auch in Deutschland passiert vieles, das für den Einzelnen nicht nachvollziehbar ist. Die Menschen wissen oft gar nicht mehr, was Sache ist. In "Onkel Wanja kommt" versuche ich, meinem Onkel zu erklären, was hier eigentlich los ist.

GM: Sie schreiben darin auch, dass der heutige Mensch kaum Spuren in der Welt hinterlässt. Sind die Geschichten, die Sie schreiben, Ihre persönlichen Spuren?

Wladimir Kaminer:Sie sind wie eine Freifahrt in die Unsterblichkeit. Das einzig Beständige, das die Menschen produzieren, sind Geschichten – so wie die von mir, spannend und interessant. Alles andere zerfällt zu Staub.

Bild: Wladimir Kaminer auf Erfolgskurs mit seinem Buch Russendisko, das auch erfolgreich verfilmt wurde.
Bild: Wladimir Kaminer mit Russendisko-Darsteller Matthias Schweighöfer
Bild: Lesung mit Wladimir Kaminer

Bild links: Auf Erfolgskurs: Seinen großen Durchbruch feierte Kaminer mit dem Buch "Russendisko", das in diesem Jahr mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt wurde.
Bild mittig: Im Scheinwerferlicht: Wladimir Kaminer mit Russendisko-Darsteller Schweighöfer (links).
Bild rechts: Schriftsteller auf Tour: Eine Lesung mit Wladimir Kaminer ist für die Zuhörer immer ein literarisches Erlebnis.

GM: Woran arbeiten Sie zurzeit?

Wladimir Kaminer:An meinem nächsten Buch "Neues aus dem Garten". Ich habe allerdings schon seit zwei Wochen nichts mehr geschrieben. Dafür habe ich viel recherchiert – über Katzen.

GM: Über Katzen?

Wladimir Kaminer:Ja, es wird ein Kapitel über Katzen geben. Ich habe ein Häuschen in Brandenburg mit einem großen Garten und dort gibt es drei Katzen. Ziemlich wilde Katzen. Über die möchte ich schreiben. Und über die Beziehung zwischen Mensch und Katze. Ich habe in letzter Zeit sehr viel Interessantes über diese Tiere erfahren.

GM: Was zum Beispiel?

Wladimir Kaminer:Dass die Ägypter ihretwegen beinahe ihr Land verloren hätten. Für sie waren Katzen heilig. Die Syrer haben daher auf ihre Schilde lebendige Katzen geschnallt, weil sie wussten, die Ägypter würden diese niemals schlagen. So haben die Syrer die Ägypter besiegt. Später sind die Katzen weggelaufen und haben sich vermehrt – bis ins Christentum hinein. Dann sind sie mit Jesus und den ganzen Predigern nach Europa gekommen – und schließlich bis zu uns in den Garten nach Brandenburg.

GM: Sie wohnen mitten in der Großstadt Berlin. Verbringen Sie viel Zeit in Ihrem Haus im Grünen?

Wladimir Kaminer:Ja, ich fahre gerne mit meiner Familie dorthin. Gerade kürzlich waren wir dort. Ich habe Holz gehackt, damit wir Lagerfeuer machen können. Ich liebe es, in der Großstadt zu wohnen, aber zum Erholen bin ich gerne in der Natur. Es gibt dort eine ganz andere Stille, einen anderen Himmel und ganz andere Nachbarn.

GM: Arbeiten Sie dort auch an Ihren Büchern?

Wladimir Kaminer:Nein, nein. Dort werde ich eher noch fauler. Ich surfe im Internet und schaue mir die ganzen interessanten Sachen an, die es darin zu finden gibt. Wenn ich draußen in meinem Garten bin, habe ich keine Lust, etwas Vernünftiges zu machen. Zusammen mit Freunden trinke ich dann Bier oder wir spielen Schach.

GM: Sind Sie ein abenteuerlustiger Mensch?

Wladimir Kaminer:Ich bin von Sternzeichen Krebs. Ich glaube nicht, dass ich abenteuerlustig bin. Am liebsten sitze ich am See und schaue in die Ferne.

GM: Gab es schon einmal eine Situation, in der Sie sich unsicher gefühlt haben?

Wladimir Kaminer:Ich fühle mich grundsätzlich unsicher. Der Mensch ist sterblich, das ist klar. Das Schlimme ist, dass es von jetzt auf gleich passieren könnte, in jeder Situation. Diese Haltung habe ich vielleicht während meiner Dienstzeit in der russischen Armee verinnerlicht. Dort habe ich gelernt, dass man in jeder Minute seines Lebens dankbar und auf alles gefasst sein muss.

GM: Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Wladimir Kaminer:Über meine eigene Zukunft denke ich nicht nach. Aber ich bin sehr gespannt, was die Zukunft Europas bringen wird. Ich glaube, dass dieser Teil der Geschichte, den wir ein Stück miterleben werden, wenn wir lange genug leben (klopft auf den Holztisch), ein sehr spannender sein wird.

GM: Haben Sie Vorbilder?

Wladimir Kaminer:Nein, aber ich interessiere mich für viele unterschiedliche Personen. Für mich liegt der Wert eines Menschen darin, was er zu erzählen hat. Was die Schriftstellerei angeht, beschäftige ich mich in letzter Zeit mehr mit Sachbüchern als mit Belletristik.

GM: Welches Buch haben Sie zuletzt gekauft?

Wladimir Kaminer:"Ich, Cheeta" von James Lever. Das ist die Autobiografie des Affen aus dem Tarzanfilm. Er schreibt darin über Hollywood und über das amerikanische Kino im Allgemeinen – alles aus der Sicht des Affen. Dieses Tier hat ja nach Tarzan noch unglaublich viele Filme gemacht. Er ist sozusagen ein Superstar unter den Tieren, ungefähr so wie bei den Menschen Brad Pitt. Ich finde, es ist wirklich ein wunderbares Buch und sehr lustig geschrieben.

Aktuelles Buch: "Onkel Wanja kommt"

Bild Buchcover: Wladimir Kaminer:
Wieder einmal ist Wladimir Kaminer auf Tour durch Deutschland. Der Grund: Er liest aus seinem neuen Werk "Onkel Wanja kommt". Die Geschichte handelt von einem Spaziergang des Autors mit seinem Onkel durchs nächtliche Berlin. Dabei begegnen die beiden einigen kuriosen Gestalten, kehren ins "Döner Paradies" ein und gewinnen erstaunliche Erkenntnisse über das Leben und die Welt. Termine und Schauplätze seiner Lese-Tour: www.wladimirkaminer.de

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