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Kamine und Kaminöfen

Behagliche Wärme

Bild: Junges Paar auf eine Couch gekuschelt vor einem Kaminofen.

Ein Platz am Kamin ist von jeher der Inbegriff von Behaglichkeit. Der Blick auf die lodernden Flammen und die wohltuende Strahlungswärme der Glut haben diese Heizungsart zum Inbegriff winterlicher Romantik werden lassen. Vor dem Hintergrund steigender Heizölpreise haben viele Deutsche Genuss und ökonomische Vorteile verbunden und einen Kamin oder Kaminofen angeschafft. Als Zugabe sorgte der "nachwachsende" Rohstoff Holz auch noch für ein gutes Umweltgewissen. Doch nun schlägt das Umweltbundesamt Alarm: Aufgrund des hohen Feinstaubausstoßes sind Grenzwerte und Partikelfilter im Gespräch.

Offene Kamine

Der offene Kamin ist die wohl archaischste und romantischste Heizmöglichkeit. Das offene Feuer ist direkt zu spüren und zu riechen, das knistern der Scheite zu hören. Allerdings ist die Energieausbeute gering: Die meiste Wärme wird "durch den Kamin gejagt". Zusätzlich lässt sich der Abbrand kaum regeln und eine nachhaltige, gleichmäßige Erwärmung des Raumes durch erhitzte Bauteile lässt lange auf sich warten.

Kaminöfen

Kaminöfen haben einige Vorteile: Der Abbrand im geschlossenen Feuerraum ist gut zu regeln und eine eingebaute Luftführung wärmt den Raum bereits nach kurzer Zeit gleichmäßig auf. Die Energieausbeute ist aufgrund der ofenähnlichen Bauweise deutlich höher und das Feuer ist durch die eingebaute Scheibe dennoch sicht- und erlebbar. Auch beim Preis sind Kaminöfen deutlich günstiger als Kamine: Im Baumarkt gibt es Einsteigermodelle bereits ab 200 Euro. So verwundert es kaum, dass sich die Kaminöfen in letzten Jahren in Deutschland extrem verbreitet haben.

Kachelöfen

Kachelöfen sind ein Klassiker unter den Holzfeuerungen: Ein in der Regel nicht sichtbares Feuer erwärmt den Ofenkörper aus Stein oder Metall mit Kacheln. Dieser speichert die Wärme dauerhaft und gibt sie langsam und gleichmäßig wieder ab. Bei einigen Modellen sorgt eine ausgeklügelte Luftführung dafür, dass möglichst wenig Energie im Kamin verschwindet. Das hat allerdings seinen Preis. Ein gemauertes Meisterstück mit behaglicher Ofenbank kann schnell mehrere Zehntausend Euro kosten. Berufstätige mit knapper Freizeit sollten sich auch überlegen, ob ein Ofen für sie geeignet ist, bei dem die behagliche Wärme erst nach zwei bis fünf Stunden spürbar wird.

Brennstoff Scheitholz

Der nachwachsende Brennstoff Holz aus heimischen Wäldern ist aus ökologischer Sicht grundsätzlich positiv zu sehen. Die Ressourcen sind bisher deutlich größer als die Nachfrage. Das spiegelt sich auch im Preis wieder: Wer sein Holz beim Erzeuger kauft, zahlt je nach Region zwischen 50 und 100 Euro für einen Kubikmeter getrocknetes ofenfertiges Scheitholz. Der große Preisunterschied resultiert aus dem regionalen Angebot und den örtlichen Lohnkosten. Denn trotz hilfreicher Maschinen ist die Brennholzherstellung arbeitsintensiv.

Problem Feinstaub

Bei der Verbrennung von Holz entstehen Feinstäube in nicht unbeträchtlichen Mengen und werden über den Kamin in der Umwelt verteilt. Laut einer Untersuchung des Bundesumweltamtes stießen Öfen und Kamine bereits im Jahre 2003 eine größere Menge bestimmter Feinstaubpartikel aus als die Motoren der Kraftfahrzeuge auf deutschen Straßen. Während die Verbrennung in Holzpelletheizungen recht "sauber" abläuft, sind gerade offene Kamine und Kaminöfen die Hauptquellen. Hier steigt derFeinstaubausstoß insbesondere bei schlechter, unvollständiger Verbrennung extrem an. Diese kommt durch falsche Verbrennungstemperaturen, schlechten Rauchgasabzug und ein verkehrtes Mischungsverhältnis von Verbrennungsgasen und Sauerstoff zustande. Bei hochwertigen Öfen und Kamineinsätzen wurden diese Faktoren in der Regel optimiert - die Geräte gewährleisten eine saubere Verbrennung.

Fristen

Alte oder besonders billige Modelle haben oft einen sehr hohen Feinstaubausstoß. Daher ist eine gestaffelte Fristenlösung im Gespräch, die von den Schornsteinfegern entsprechend überprüft werden soll:

2014: Alle Öfen mit Baujahr vor dem 1. Januar 1975 müssen die erforderlichen Schadstoffwerte einhalten oder stillgelegt werden
Ende 2017: Öfen aus den Jahren 1975 bis 1984 sind betroffen
Bis 2020: Öfen, die zwischen 1985 und 1994 gebaut wurden sind betroffen
Bis 2024 müssen auch die zwischen 1995 und dem Inkrafttreten der Novelle errichteten Öfen die Grenzwerte einhalten
Für historische Öfen und offene Kamine aus der Zeit vor 1950 soll es Sonderregelungen geben

Welche Grenzwerte gelten?

Da verbindliche Grenzwerte noch nicht festgelegt sind, besteht für Kaufinteressierte momentan eine erhebliche Unsicherheit. Seitens des Ministeriums wurde für die Zeit bis 2014 die Formulierung "Grenzwerte, die dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen" aufgebracht. Als Orientierung wurde u.a. auch der Preis genannt: "Ein typischer Kaminofen, der die Grenzwerte einhält, kostet rund 500 bis 700 Euro".
Ab dem Jahr 2015 soll für Feinstaub generell ein Grenzwert von 20 Milligramm pro Kubikmeter gelten. Anlagen, die diese Werte (noch) nicht erfüllen, können möglicherweise mit einem Feinstaubabscheider nachgerüstet werden.

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Leider sind Kamine oder Kaminöfen in der Regel nicht im Rahmen staatlicher Programme förderfähig. Investieren Sie jedoch in Maßnahmen zur Energieeinsparung und nutzen Sie die staatlichen Fördergelder. Lassen Sie sich dabei von den Gothaer Baufinanzierungs-Experten beraten.

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