So mancher großer Hausputz endet nicht mit einem sauberen Heim, sondern mit Stress, kaputtem Hausrat und im schlimmsten Falle gar im Krankenhaus. Damit Ihr "Großreinemachen" glücklich ausgeht, sollten Sie die folgenden Anregungen überdenken, bevor Sie zur Tat schreiten.
Zeitdruck ist kein guter Partner für den Großputz. Der Umfang wird zunächst meist unterschätzt. Während des Putzens fallen weitere "Problemecken" auf, die es "dringend nötig" haben. Schließlich sind überall "Baustellen" offen, die sich kaum noch rechtzeitig fertig zu stellen lassen. Hier drohen Unzufriedenheit und Unfälle. Daher: Nur beginnen, wenn Sie ausreichend Zeit haben. Nur so viel anfangen, wie sich in Ruhe fertig stellen lässt.
Wer bei der Arbeit auch noch ein Auge auf seine Kinder haben muss, die zwischen umherstehenden Putzutensilien herumspringen, gerät schnell in Stress. Am günstigsten ist es, wenn der Nachwuchs diesen Tag bei den Großeltern verbringt oder nach der Schule von Nachbarn verpflegt und beaufsichtigt wird. Kochen passt auch nicht ins Programm. Legen Sie einen "Obst und Brot"-Tag ein oder lassen Sie sich nach den Anstrengungen in Ihrer Lieblingspizzeria verwöhnen.
Feste Schuhe mit rutschhemmender Gummisohle sind genauso wichtig wie praktische, bequeme Kleidung ohne Ärmel, damit man nirgends hängen bleiben kann. Oft belächelt, aber ideal für diesen Zweck ist ein bequemer Jogginganzug. Tragen Sie beim Umgang mit Reinigern stets Gummihandschuhe. In Haushaltwarenläden erhält man auch textilgefütterte Modelle, die nicht nur hautverträglicher, sondern auch haltbarer sind gibt es für ein bis zwei Euro mehr.
Eine nutzbringende Anschaffung, die ein ganzes (Reinigungs-) Leben hält, sind ein niedriger Tritt und eine längere Leiter mit GS-Prüfsiegel. Können die Fenster nicht nach innen geöffnet werden, sollte man ein Fensterputzgerät mit Teleskopstiel benutzen. Es ist leicht zu bedienen und ersetzt einen langen Arm perfekt. Andere Alternative: Professionelle Fensterputzer (Branchenbuch) erledigen die Arbeit schnell und preiswert. Besenstiele und Wassereimer sind häufige Stolperfallen, Putzutensilien deshalb immer aus dem Weg räumen.
Achtung Lebensgefahr: Elektrogeräte dürfen nur gereinigt werden, wenn man vorher den Netzstecker gezogen hat. Auch dann darf kein Wasser in das Gehäuse laufen. Entfernen Sie fettigen Schmutz von elektrischen Geräten nicht mit Aceton, Benzin oder Spiritus - es besteht Feuergefahr. Auch ein trockenes Kunstfaserstaubtuch (Microfaser) kann durch statische Aufladung Schäden an elektronischen Geräten hervorrufen. Einfach und günstig ist ein leicht feuchtes Tuch mit Spülmittel.
Bewahren Sie Reinigungsmittel auch während des Hausputzes von Kindern unerreichbar auf. Besser ist es, die Kinder vom Hausputz fern zu halten (s.o.). Füllen Sie keine Reinigungsmittel oder ähnliches in Lebensmittelflaschen (z.B. weil Sie den Verschluss verloren haben). Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie besonders darauf achten, dass nach dem Putzen keine Reiniger mehr umher stehen.
Moderne Reinigungsmittels erleichtern erheblich die Arbeit. Hier gilt nicht: Je härter, desto besser. Besonders viele Gefahrenhinweise sind kein Qualitätsmerkmal für Wirksamkeit. Viel wichtiger ist der richtige Anwendungsbereich und sachgerechte Benutzung.
Die beste Methode gegen hartnäckigen Schmutz sind Einweichen und Wärme. Legen Sie hartnäckig Verschmutzte Gegenstände in ein Gefäß mit warmem Wasser und dem passenden Reinigungsmittel. Nach ein- bis zwei Stunden geht Vieles mühelos ab.
Auch Textilien (Vorhänge, Gardinen) verlieren Nikotin und Fett in warmem Wasser mit einer Portion normalem
Waschmittel.
Gegenstände, die mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen sollten nur mit Spülmittel oder Essigessenz gereinigt
werden.
Kalkige Beläge: Essigessenz
Fetthaltige Beläge: Allzweckreiniger
Glas: Spiritus, pur oder im Putzwasser
Thermos- oder Kaffeekannen und sonstige schlecht zu reinigende Gegenstände von hartnäckigen Ablagerungen befreien: Eine halbe Spülmaschinen-Reinigungs-Tab mit heißem Wasser einfüllen und einige Stunden stehen lassen. Anschließend mehrfach sehr gut spülen. Wichtig: Warnaufkleber anbringen und für Kinder unerreichbar unterbringen
Beim Großreinemachen ist es oft unvermeidlich, dass schwere Möbelstücke gerückt werden müssen. Dafür sollte man sich in jedem Fall Hilfe holen. Sowohl Quetschungen wie auch mitunter dauerhafte Rückenschäden sind keine Seltenheit.
Ganz wichtig: Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte diese unbedingt in der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden!
Beim Hausputz geht nicht selten was zu Bruch. Handelt es sich dabei um einen größeren Schaden, hilft Ihnen Ihre Hausrat-Versicherung, diesen zu verschmerzen. Leider führen gerade viele Haushaltsunfälle zu ernsten Verletzungen oder gar Invalidität. Vor den finanziellen Folgen eines solchen Unglücks können sich gerade Hausfrauen nur durch eine private Unfallversicherung ausreichend schützen