Der Italiener an sich wandert nicht. Das hat Vorteile: Wo kein Auto hinkommt, herrschen gewöhnlich Ruhe und Einsamkeit. Die Nachteile: Gute Wanderkarten sind Mangelware und gute Wanderwege natürlich auch. Die Wälder rund um den Monte Amiata stellen eine der wenigen löblichen Ausnahmen dar
- hier finden Wanderer inzwischen eine ganze Reihe sehr gut
markierter Wege.
Diese Wege (auf italienisch sentieri) sind in der Carta dei sentieri Nr. 40 - 41 verzeichnet. Mit dieser Wanderkarte kommt man zurecht
- auch wenn sie nicht immer mit der Realität übereinstimmt. In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, der Wegmarkierung zu folgen und nicht der Karte, denn die Zeichen sind in der Regel neu
und zuverlässig.
Als Ausgangspunkt bietet sich das romantische Bergstädtchen Arcidosso an. Hier beginnt der wunderschöne Wanderweg Nr. 10, der sich durch die Maronenwälder in Richtung Monte Amiata schlängelt. Der Weg lohnt sich, auch wenn der Gipfel weit und unerreichbar bleibt. Jeder Wanderer sollte genügend Wasser und Proviant mitnehmen
- und rechtzeitig an die Umkehr denken: Nr. 10 ist zwar einer der wenigen Rundwanderwege, aber die gesamte Strecke um den Berg misst fast
40 Kilometer!
Nur zwanzig Kilometer weiter südlich findet der Besucher eine gänzlich andere Landschaft vor. Schroffe Kalkfelsen überragen das Tal des Flusses Albegna. Von der Ortschaft Roccalbegna startet Wanderweg Nr. 8 in Richtung Semproniano. Als Ziel bietet sich der Weiler Rocchette an, der malerisch über dem tiefen Taleinschnitt thront. Nach der Rückkehr darf man nicht versäumen, im Ristorante La Grotta einzukehren
- die traditionelle toskanische Kost ist äußerst schmackhaft und preiswert. (Ristorante La Grotta, Via Amiata 11, Roccalbegna)