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Das Toskana-Tagebuch

toskana

Mächtige Buchen streben dem Himmel entgegen wie die Pfeiler einer riesigen grünen Kathedrale. Die Sonne dringt nur schüchtern in feinen Strahlen durch das dichte Laubdach. Nur vereinzelt unterbricht der Gesang eines Vogels die majestätische Stille - stundenlang begegnen wir keiner Menschenseele.

Rund um den sagenumwobenen Monte Amiata, etwa 50 Kilometer südöstlich von Siena, erstrecken sich ausgedehnte Wälder. In ihrem Schatten bleibt es selbst im Sommer kühl - ein echtes Paradies für Wanderer. Die höchsten Buckel des erloschenen Vulkans erheben sich über 1.700 Meter. Ab etwa 1.000 Meter Höhe dominiert das sanfte Grün der Buchenhaine. Darunter herrscht die Esskastanie: Maronenwälder umschließen sanft die mittelalterlichen Städtchen und Dörfer, die wie kleine Trutzburgen auf den Hügeln rund um den Monte Amiata thronen. Einst war die Esskastanie der Brotbaum dieser Gegend - jahrhundertelang zählte das Fest der Kastanienernte zu den Höhepunkten des Jahres.

Der Wald beherrscht die Toskana. Das gilt nicht nur im Süden: Insgesamt bedecken Eichen und Eschen, Kiefern und Kastanien, Buchen und der Niederwald der Macchia fast 40 Prozent der gesamten Region. Die Toskana ist eben nicht nur Kultur-, sondern auch Naturlandschaft: Zu den eindrucksvollsten Beispielen zählt der Nationalpark an der Küste der Maremma, eines der schönsten Naturschutzgebiete Europas. Vom 16. Juni bis zum 30. September ist der Zugang begrenzt. Naturfreunde treffen am besten schon um acht Uhr morgens ein, um die begehrten Tickets für Park und Strand zu ergattern. Tickets und Information im "Centro Visite del Parco" in Alberese bei Grosseto.

Wen es ans Meer und zum Nationalpark der Maremma zieht, für den eignet sich vielleicht das Nobelhotel "Il Pelicano" auf der Halbinsel Monte Argentario. Die malerische Villa liegt an der Steilküste mit weitem Blick über die See, ein kleiner Strand gehört dazu.

Um die Gegend zu erkunden, bietet sich der Weinort als Ausgangspunkt an: Montalcino. Wunderschön auf einem Hügel hoch über dem Fluss Ombrone gelegen, beeindruckt Montalcino vor allem durch die Vielzahl seiner Kirchen. Sehenswert sind außerdem die engen Gassen innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer und die mächtige Fortezza. Diese Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert - in ihren Mauern residiert heute eine ausgezeichnete Enoteca, in der Weinfreunde zahlreiche Brunello-Weine probieren können.

Der granatrote Brunello zählt zu den Spitzenweinen Italiens. Er wird aus Sangiovese-Trauben gekeltert und muss mindestens drei Jahre im Holzfass lagern. Wer 20 Euro für eine Flasche Wein für etwas übertrieben hält, kann ohne weiteres den preiswerteren Rosso di Montalcino wählen - er stammt von den gleichen Trauben und aus den gleichen Lagen.

Eine mögliche Unterkunft in Montalcino ist das Hotel "Albergo Al Brunello". Es liegt rund zwei Kilometer südlich der Stadt an der Traversa Osticcio, umgeben von Wald und Weinbergen.

Wer romantisch speisen möchte, sollte das "Ristorante Poggio Antico" in Montalcino aufsuchen. Durch das Panoramafenster hat der Besucher einen wunderschönen Blick auf die Toskana - während die ausgesuchten Weine zu Kopfe steigen.

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