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Norwegische Winterträume: Vor dem Skifahren fallen die Späne

norwegen

Im norwegischen Hüttendorf Sjodalen Villmarksliv herrscht Stille. Absolute Stille. Berge und Schnee, so weit das Auge reicht. Nur in Per Stabbels Gamme, dem traditionellen hölzernen Rundbau Skandinaviens, herrscht geschäftiges Treiben. "Früher hat hier jeder Einheimische seine Skier selbst gezimmert", erzählt der blonde Hüne. Als in den siebziger Jahren Kunststofflatten in Mode kamen, beschloss er, die Tradition zu bewahren. Heute verdient Stabbel mit Schnitz-Unterricht für gestresste Stadtmenschen sein Geld.

Bei den ersten vorsichtigen Versuchen mit dem Hobel schlagen die Teilnehmer breite, ungelenke Schneisen ins raue Holz. Doch schnell segeln dort, wo zunächst grobe Keile aus der Kiefer herausbrachen, feine Locken zu Boden. Skifahren können viele der Teilnehmer, aber Skischnitzen? Wie Kinder freuen sie sich, wenn der Hobel sanft über das Brett gleitet.

Längst interessieren sich sogar Unternehmen für den Trip ins nordische Schneeparadies. Der Workshop lässt selbst Manager eine Menge Tugenden wiederentdecken: Teamfähigkeit etwa, Geduld und Ausdauer. Und wer glaubt, er habe zwei linke Hände, freut sich schon über kleinste Fortschritte.

Von Minute zu Minute nehmen die Rohlinge mehr Form an. Ziehklinge und Schleifpapier besorgen den Rest. Abends stellt Per Stabbel einen Kessel aufs Feuer, erhitzt die zugesägte Spitze des Brettels mit Wasserdampf und zwängt sie in eine große Holzklammer. Und tatsächlich: Am nächsten Morgen reckt der Ski keck seine Rundung empor. Der Rest ist Routine - mit Holzteer wird das gute Stück schneefest gemacht. Dann schlägt die große Stunde: Bindung montieren, Jacke und Handschuhe an, hinaus in den pulverigen Schnee. Vorsichtiges Herantasten auf den ersten Metern, dann mutige kleine Schritte, eine ganz leichte Kurve. Die selbst gemachten Skier laufen! Wirklich!

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