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Limerick: Altehrwürdige Stadt mit frischem Charme

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Am besten nähert man sich Limerick vom Boot aus. Breit fließt der Shannon, Irlands größter Fluss, zwischen sanften Hügeln dahin. Möwen über dem Wasser lassen ahnen, dass die Küste nicht weit sein kann. Eine altertümliche Steinbrücke führt in die Stadt. Links säumt ein graues Gemäuer das Ufer - Limerick, uralte Gründung der Wikinger, wird noch heute dominiert vom King John's Castle. Beeindruckend ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt und ein Symbol für die farbenprächtige und faszinierende Geschichte Limericks. Davon zeugen noch heute die zahlreiche Burgen und Schlösser, die alten Stadtwälle und Museen.

Limerick - ist das nicht die Stadt der berühmten Fünfzeiler? Was hat denn nun Limerick mit den Limericks zu tun? So viel ist sicher, die volkstümlichen Gedichte sind nach der Stadt benannt. Und nicht umgekehrt. Der Legende nach gehen alle Limericks auf das 250 Jahre alte Soldatenlied "Will you come up to Limerick" zurück, dem man am Lagerfeuer beliebige selbst gedichtete Verse anhängte. Trinkfreudige irische Pub-Poeten sollen sich später wahre Limerick-Duelle geliefert haben; legendär waren die Wortschlachten zwischen dem Wirt Sean O'Tuama und seinem reimenden Gast Aindrias MacCraith Ende des 18. Jahrhunderts - beide liegen nahe Limerick im romantischen Dörfchen Kilmallock begraben.

So wechselvoll die Stadtgeschichte auch war, Limerick kennt auch graue Zeiten. War sie noch bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine triste Industriestadt, so hat sich das Bild grundlegend geändert. Viel Geld wurde investiert, um der altehrwürdigen Stadt im Westen der grünen Insel eine attraktive Infrastruktur zu geben. Heute ist die drittgrößte Stadt Irlands eine lebendige Universitätsstadt mit restauriertem Stadtzentrum samt kleiner Fußgängerzone sowie zahlreichen sehenswerten Museen und Sportanlagen.

Dass die Stadt sich zu einem kleinen Touristen-Mekka gemausert hat, verdankt sie aber nicht allein ihren Sehenswürdigkeiten. Sie verdankt dies auch diesem Mann: Frank McCourt. Mit seinem Weltbestseller "Angela's Ashes" (Die Asche meiner Mutter) setzte er seiner Heimatstadt ein (eher unfreiwilliges) Denkmal. Was ihm übrigens so mancher in Limerick verübelt. Viel zu schaurig sei das Bild, das McCourt von der Stadt seiner Kindheits- und Jugendtage zeichnet, so die grimmige Meinung mancherorts. Die Touristen aber wollen genau diese Atmosphäre wieder entdecken auf ihrer Angela's Ashes-Tour. So hat McCourts Blick zurück im Zorn also doch noch etwas Gutes für Limerick. Ende gut, alles gut!

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