
Istanbul, einst Konstantinopel geheißen und prächtiger Sitz der byzantinischen Kaiser, blickt nicht nur auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurück. Die Metropole am Goldenen Horn ist noch heute "das" kulturelle Zentrum der Türkei. In dieser geschichtsträchtigen und lebendigen Stadt ist jeder Backstein antik. Istanbul gleicht einer riesigen Schatzkammer: Wohl nirgendwo sonst auf der Welt sind so viele Attraktionen auf so engem Raum konzentriert wie hier. Besucher, die in wenigen Tagen viel erkunden möchten, werden
verzweifeln.
Also gilt es zu gewichten. Wer sich zum Beispiel für antike Hinterlassenschaften interessiert, kommt am archäologischen Museum nicht vorbei. Von Führungen ist generell abzuraten, wenn Sie sich Auswendiggelerntes ersparen möchten. Die Bereitschaft zum Beantworten unkonventioneller Fragen ist bei den autorisierten Guides begrenzt. Da auch die Dokumentation in allen Museen eher spärlich ist, sollte der Reisende lieber einen guten Reiseführer einstecken und sich viel Zeit lassen. Den Besucher erwarten berühmte Funde wie der Alexandersarkophag, eine Löwenstatue vom Mausoleum von Halikarnassos
- einem der sieben antiken Weltwunder - sowie unzählige Münzen, prähistorischer Goldschmuck oder die weltberühmte Gesetzessäule des
Hammurabi aus Babylon.
Die größte Schatzkammer der Welt ist der legendäre Topkapi Palast, einst Palast des Sultans. Wo zur Blütezeit des Osmanischen Reiches etwa 4.000 Menschen den Hofstaat bildeten, erstreckt sich heute ein riesiges Museum. Mit der Fläche von 700.000 Quadratmetern ist es zehnmal so groß wie Moskaus Roter Platz: genug Platz für 100 Fußballfelder. Allein die Mutter des Sultans verfügte über ein Refugium von 40 Räumen. In den mittlerweile etwas ramponierten Gemächern gibt es scharf bewacht Mingvasen, antikes Porzellan, riesige Diamanten, mit Brillianten üppig verzierte Alltagsgegenstände aus Gold und Silber zu
bewundern.
Istanbul ist berühmt für seine Moscheen im osmanischen Stil - Abbilder des orientalischen Märchen-Traums mit ihren gewaltigen Kuppeln und nadelspitzen Minaretten. Ein echtes Highlight ist hier die
Hagia Sophia, allein schon wegen ihres "Doppellebens". Erst 1.000 Jahre lang als christliche Kirche, dann nach der Islamisierung als Moschee (Minarette wurden angebaut) genutzt, ist sie seit 1935 ein öffentliches Museum und damit für jedermann zugänglich. Es gibt wohl nur wenige Bauwerke, die den Zuschauer so in ihren Bann ziehen wie dieses uralte, gewaltige
Gotteshaus.