
Die Urlaubsplanung beginnt für die meisten Haustierbesitzer mit einer schweren Entscheidung: Soll das vierbeinige Familienmitglied mitreisen oder daheim bleiben?
Beide Varianten erfordern eine sorgfältige Vorbereitung. Hamster, Meerschweinchen und andere Kleintiere können meist problemlos von Nachbarn oder Verwandten versorgt werden und bleiben mit Rücksicht auf die Strapazen des Transports besser zuhause. Katzen sind Gewohnheitstiere. Sie reagieren auf reisebedingte Veränderungen häufig sehr unflexibel und bevorzugen es, die Ferien in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen. Für Hunde hingegen ist in erster Linie die Nähe zu ihrer Bezugsperson wichtig - sie sind gute Reisebegleiter und haben große Freude an gemeinsamer Freizeit im Urlaub.
Wird das tierische Familienmitglied in der gewohnten Umgebung oder bei Bekannten versorgt, sollte die Betreuung frühzeitig organisiert werden. Dabei ist es sinnvoll, einen Ersatzbetreuer als Vertretung für den Krankheitsfall oder für unvorhergesehene Ereignisse direkt einzuplanen. Tier und Urlaubsvertretung sollten nicht erst in der Hektik der Abreise miteinander bekannt gemacht werden. Bei einer frühzeitigen Begegnung in entspannter Atmosphäre können sie sich in Ruhe kennen lernen. Dies ist auch der richtige Moment, auf die Bedürfnisse des Tieres, besondere Verhaltensmerkmale und seine Eigenheiten hinzuweisen. Um die Symptome einer ernsthaften Erkrankung erkennen zu können, ist es wichtig, mit dem normalen Verhalten vertraut zu sein. So sollte bedacht werden, dass Krankheitssymptome nicht leicht von möglichen Reaktionen des Trennungsschmerzes zu unterscheiden sind.
Ersatzfrauchen oder -herrchen fühlen sich meist besser, wenn für mögliche Krisenfälle Vorsorge getroffen wurde. Ein entsprechender "Notfallordner" sollte auf jeden Fall die Telefonnummer des behandelnden Tierarztes, den Impfpass und bei freigehenden Katzen die Daten zum Tasso-Tier-Suchregister enthalten. Für den äußersten Notfall sollte die Telefonnummer einer Vertrauensperson, die sich mit dem Tier auskennt sowie die Handynummer oder Urlaubserreichbarkeit hinterlegt werden.
Gerade in Abwesenheit der gewohnten Bezugsperson reagieren Tiere oft anders als erwartet. Verursacht der Vierbeiner dann einen Unfall oder verletzt Unbeteiligte, bewahrt passender Versicherungsschutz vor weiteren Problemen und Peinlichkeiten. Eine
Tierhalter-Haftpflichtversicherung
schützt nicht nur den Halter, sondern auch den vorübergehenden Hüter des Tieres vor den Ansprüchen Dritter.
Auch eigentlich "stubenreine" Hausgenossen reagieren manchmal mit Unsauberkeit auf die Abwesenheit des Besitzers. Wer mit seinem Tier noch keine Erfahrungen im Bezug auf Trennungssituationen gesammelt hat, tut gut daran, seine Urlaubsvertretung schonend auf "Malheure" vorzubereiten. Trennungsschmerz, mangelnder Ausgang oder ungewohnte Fütterungszeiten können auch zu "Vandalismus" führen: Zerkratzte Türen und Tapeten, kaputte Polstermöbel und zerbissene Kabel sind typische Beispiele dafür. In solchen Fällen können stromlos geschaltete Kabel das Leben des pelzigen Hausgenossen retten. Für Katzen werden gekippte Fenster häufig zur Todesfalle: Von der ferienbedingten Langeweile geplagt, versuchen die Tiere auf das Fenster zu springen und hinaus zu sehen. Katzen, die dabei abrutschen bleiben mit dem Hals in der spitz zulaufenden Öffnung hängen und verenden qualvoll.
Sind die Ferien gut vorbereitet, schaden zu viele Bedenken meist nur den Nerven der Urlaubsbetreuung. Häufig zeigt der vierbeinige Liebling nach den Ferien nur wenig Interesse an seinem "alten" Herrchen oder Frauchen - während die Ferienvertretung von den gemeinsamen Erlebnissen berichtet.